Kerbers Aus bei den US Open - DER SPIEGEL
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Kerbers Aus bei den US Open "Ich werde noch Chancen bekommen"

Bei den US Open wollte Angelique Kerber ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier feiern. Doch bereits im Achtelfinale kam das Aus für die 24-Jährige. Großer Frust wollte bei Deutschlands Nummer eins aber trotzdem nicht aufkommen.
Tennisspielerin Kerber: Aus im Achtelfinale
Tennisspielerin Kerber: Aus im Achtelfinale

Tennisspielerin Kerber: Aus im Achtelfinale

Foto: Henny Ray Abrams / AP
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Hamburg - Angelique Kerber kann von ihrem großen Ziel, dem Triumph bei einem Grand-Slam-Turnier, vorerst weiter nur träumen. Bei den US Open in New York war die 24-Jährige als Deutschlands größte Hoffnung angetreten. Nach ihrem Halbfinal-Einzug im Vorjahr sollte nun endlich der erste ganz große Coup folgen. Geworden ist daraus nichts - bereits im Achtelfinale kam das Aus gegen Angstgegnerin Sara Errani.

Genau wie beim letzten Aufeinandertreffen der beiden im Viertelfinale der French Open erwies sich die Italienerin als zu stark für die deutsche Nummer eins. Große Niedergeschlagenheit wollte bei Kerber trotz der 6:7 (5:7), 3:6- Niederlage aber nicht aufkommen.

Sie sei zwar schon etwas enttäuscht, werde aber "nicht mit hängendem Kopf nach Hause fliegen", sagte die 24-Jährige und fügte hinzu: "Ich denke, dass ich noch ein paar Chancen bekommen werde in Zukunft. Ziel bleibt der Gewinn eines Grand-Slam-Turniers, das wäre mir wichtiger, als in der Weltrangliste ganz vorne zu stehen."

Kerber verpasste es, Druck zu entwickeln

Auch mit Blick auf ihre gesamte Saison zog die mit 56 Siegen in diesem Jahr erfolgreichste Spielerin überhaupt ein positives Zwischenfazit: "Wenn mir vor einem Jahr jemand gesagt hätte, wie sich die Dinge entwickeln, hätte ich ihm das nicht geglaubt. Ich kann stolz auf mich sein", so Kerber. Innerhalb eines Jahres hat die 24-Jährige den Sprung von Platz 92 auf Rang sechs der Weltrangliste geschafft.

Trotzdem dürfte sich Kerber von den US Open doch ein wenig mehr versprochen haben. Ihre Halbfinal-Teilnahme in Wimbledon, dazu die Turniersiege in Kopenhagen und Paris sowie jüngst der Sprung ins Endspiel beim US-Open-Test in Cincinnati hatten Hoffnungen auf den ersten ganz großen Turniersieg ihrer Karriere gemacht.

Gegen Errani fehlte es Kerber allerdings an der nötigen Konsequenz. Sie verpasste es in den entscheidenden Momenten, Druck zu entwickeln. Und wenn doch, dann machte sie Fehler. Während Errani 82 Prozent ihrer Netzattacken erfolgreich abschloss, erreichte die Linkshänderin nur eine Quote von 42 Prozent.

"Im ersten Satz fehlte nicht viel, aber bei der Intensität des Matches war dieser entscheidend", sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner mit Blick auf den 71-minütigen Auftaktdurchgang, den Kerber mit einem Doppelfehler beendete.

Viel Zeit zum Erholen bleibt Kerber nach ihrem Aus in Flushing Meadows nicht. Nach dem Rückflug nach Deutschland und ein paar Tagen Urlaub startet die Vorbereitung auf die Asien-Tour mit dem Premier-Turnieren in Tokio (ab 23. September) und Peking (ab 29. September). Zudem hat Kerber beste Chancen, sich für das mit 4,9 Millionen Dollar dotierte Finale der besten acht Spielerinnen in Istanbul (ab 23. Oktober) zu qualifizieren. "Das wäre ein Highlight", so Kerber.

mib/sid