Key Biscayne: Aufregung um Martina Hingis - DER SPIEGEL
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Key Biscayne Aufregung um Martina Hingis

Obwohl sie in der kommenden Woche ihre Nummer eins in der Weltrangliste abgeben muss, kann Martina Hingis mit ihrem Auftritt in Florida zufrieden sein. Erstmals seit 1998 hat sie ihre Angstgegnerin Lindsay Davenport gewinnen können. Allerdings gab es vor dem Finale Ärger mit einem aufdringlichen Verehrer.
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Key Biscayne - Titel gewonnen, Nummer eins verloren: Mit einem 6:3, 6:2 gegen ihre Angstgegnerin Lindsay Davenport im Finale von Key Biscayne feierte Martina Hingis den 28. Turniersieg ihrer Karriere, muss aber die Führung in der Weltrangliste erstmals seit dem 9. August 1999 wieder an die 23-jährige Kalifornierin abgeben. "Ich überlasse ihr die Nummer eins gerne, aber nur vorübergehend", sagte die 19-jährige Schweizerin bei der Siegerehrung: "Ich werde sie mir spätestens in Paris zurückholen."

Immerhin darf sich Martina Hingis mit 350.000 Dollar und der Gewissheit trösten, doch noch gegen Davenport gewinnen zu können. Zuletzt war ihr das im Masters-Finale im November 1998 gelungen, danach hatte es fünf Niederlagen in Folge gegeben. Für Davenport war es erst die zweite Schlappe im 36. Einzel seit September 1999. Seither hatte sie nur das Finale von Sydney gegen die Französin Amelie Mauresmo verloren.

Davenport übernimmt zum dritten Mal die Spitze der Weltrangliste. Erstmals war ihr das im Oktober 1998 in Filderstadt gelungen, wo sie ebenfalls das Finale gegen die Franösin Sandrine Testud verlor. Im Juli 1999 eroberte sie mit ihrem Wimbledonsieg gegen Steffi Graf die Nummer eins zurück, die sie im August wieder an Hingis abgeben musste. Davenport beginnt am Montag ihre insgesamt 23. Woche an der Spitze der Rankings, Martina Hingis war bereits 135 Wochen die Nummer eins. Mit 377 Wochen hält Steffi Graf in dieser Statistik vermutlich einen Rekord für die Ewigkeit.

Aufregung gab es um Martina Hingis bereits vor dem Finale. Die Polizei von Miami nahm einen 45 Jahre alten Mann fest, der die Schweizerin und ihre Mutter seit Wochen verfolgt. Der gebürtige Kroate Dubravko Rajcevic, mittlerweile australischer Staatsbürger, war beiden rund um die Welt hinterhergereist und schrieb Martina Hingis einen Liebesbrief nach dem anderen.

"Ich liebe sie, und sie liebt mich", erzählte Rajcevic einer australischen Zeitung: "Ich habe ihr ein Fax geschickt und gefragt, ob ich nach Miami kommen darf. Sie hat geantwortet, dass sie sich darüber sehr freuen würde. Wenn ihr Umfeld nicht dagegen wäre, dann wären wir schon längst ein Paar." Rajcevic hat sich im Juni 1999 von seiner Frau und seinem Sohn getrennt, "um für Martina frei zu sein". Zur Festnahme war es gekommen, nachdem er trotz polizeilichen Verbots auf der Anlage erschienen war. Nach Zahlung von 1000 Dollar Strafe wurde der aufdringliche "Verehrer" wieder auf freien Fuß gesetzt.