Key Biscayne: Deutsche nicht in Daviscup-Form - DER SPIEGEL
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Key Biscayne Deutsche nicht in Daviscup-Form

Tommy Haas ist als letzter deutscher Starter in der dritten Runde des ATP-Turniers in Key Biscayne ausgeschieden. Der 21-Jährige unterlag dem Australier Lleyton Hewitt deutlich in zwei Sätzen. Beim Daviscup-Viertelfinale in zwei Wochen in Hewitts Heimatstadt Adelaide wird es aller Voraussicht nach erneut zum Duell der beiden kommen.
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Key Biscayne - Lleyton Hewitt demontierte Tommy Haas mit einem glatten 6:1, 6:3, und Pete Sampras musste sich auf dem Weg zum Sieg gegen den Schweden Andreas Vinciguerra mehrmals übergeben: Das Millionenturnier in Key Biscayne produzierte am Wochenende Schlagzeilen en masse. Anke Huber dagegen verabschiedete sich mit einem 7:5, 4:6, 3:6 gegen Amy Frazier (USA) nahezu unbemerkt aus Miami. Ihre Jahresbilanz bleibt mit sechs Niederlagen bei nur zwei Siegen weiterhin ernüchternd.

Derweil fürchtet Daviscup-Kapitän Carl-Uwe Steeb beim Viertelfinale vom 7. bis 9. April in Adelaide gegen Gastgeber Australien zu Recht ein Debakel. Sein Spitzenspieler Tommy Haas, der von bislang zehn Daviscup-Einzeln nur eines verlor, ließ sich in Indian Wells und Key Biscayne nacheinander von Australiens Assen Mark Philippoussis und Lleyton Hewitt vorführen. "Das war nicht der Tommy, den ich kenne", sagte Steeb, der seine Enttäuschung kaum verbergen konnte, obwohl er mit dem Mut der Verzweiflung weiterhin hartnäckig Durchhalteparolen verbreitet: "Daviscup und die normale Turnierserie kann man nicht miteinander vergleichen."

Philippoussis und Hewitt, der nach dem Sieg gegen Haas in diesem Jahr eine bemerkenswerte 23:2-Matchbilanz zu Buche stehen hat, werden in Adelaide aller Voraussicht nach die Einzel gegen Deutschland spielen. Zwar steht auch der zweimalige US-Open-Sieger Patrick Rafter im australischen Team, doch der 27-Jährige kämpft im Moment eher mit sich selbst und seiner fehlenden Motivation: "Ich denke ernsthaft über ein Ende meiner Karriere nach. Seit ich 17 bin, lebe ich aus dem Koffer, dazu habe ich keine Lust mehr." Ein Sieg gegen Deutschland wäre für Rafter ein willkommener Motivationsschub: "Mit der Aussicht auf ein Daviscup-Finale würde ich dieses Jahr sicher noch durchspielen."

Das Problem von Pete Sampras im Match gegen Andreas Vinciguerra war weniger die fehlende Motivation als vielmehr ein rebellierender Magen. Nachdem der 28-Jährige eine grandiose Rückhand cross-court zum 4:3-Break im dritten Satz geschlagen hatte, ging Sampras an den Rand des Platzes und übergab sich hinter einem Blumenkübel. "Die Medikamente, die ich wegen meines lädierten Rückens nehmen muss, vertrage ich nicht so gut", erklärte der langjährige Weltranglistenerste, dem das gleiche Missgeschick schon im Viertelfinale der US Open 1996 gegen den Spanier Alex Corretja passiert war. "Immerhin habe ich eine 2:0-Bilanz in diesen Spielen", sagte Sampras grinsend.