Key Biscayne: Kiefer verliert gegen Sampras - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Key Biscayne Kiefer verliert gegen Sampras

Eine Woche nach der Niederlage gegen Andre Agassi musste sich Nicolas Kiefer auch Pete Sampras beugen. Trotzdem zollten Kritiker und Gegner dem 23-Jährigen höchstes Lob.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Key Biscayne - Doch wie schon beim Drittrunden-Aus gegen den Gewinner des Masters-Turniers von Indian Wells bot der deutsche Daviscup-Spieler in der Nacht zum Samstag beim mit 3,4 Millionen Mark dotierten Masters von Key Biscayne wieder eine starke Vorstellung.

Erst nach 107 umkämpften Minuten gab sich der Holzmindener im Zweitrundenspiel gegen Titelverteidiger Sampras mit 3:6, 6:3, 3:6 geschlagen. "Es ist bitter, schon wieder so früh draußen zu sein, obwohl ich erneut gutes Tennis gespielt habe. Ich hätte Pete knacken können, die Chancen waren da", ärgerte sich Kiefer, der dennoch der Niederlage wiederum viel Positives abgewann.

"Beim nächsten Mal werde ich sie schlagen"

Nach den Duellen gegen die beiden besten Spieler des Planeten wisse er nun definitiv, dass er wieder ganz vorn mitspielen könne. "Wenn ich gegen sie in der nächsten Zeit antreten muss, werde ich sie schlagen", behauptete Kiefer zuversichtlich. Denn selbst in seinem bislang erfolgreichsten Karriere-Abschnitt, als er vor Jahresfrist bis zur Nummer vier der Weltrangliste aufgestiegen war, vermochte er Agassi und Sampras nicht so ernsthaft Paroli zu bieten wie derzeit.

Gegen beide hatte er in seinen bislang jeweils zwei Vergleichen keinen Satz gewonnen. Dass es zudem Sampras im Finale von Indian Wells nicht gelang, Agassi einen Satz abzunehmen, was ihm aber geglückt war, wertete Kiefer außerdem als gutes Omen.

"Ich habe mich lange nicht so gut gefühlt"

"Ich merke eindeutig, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich habe mich lange nicht so gut gefühlt", bekannte der 23-Jährige. Sein momentanes Wohlbefinden bekam Sampras auf dem Center Court gleich beim ersten Aufschlag zu spüren, den er nicht durchbringen konnte.

Im siebten Spiel glückte dem in der Champions Race lediglich auf Rang 36 platzierten Außenseiter das zweite Break zum 3:4, was aber nicht zur Wende reichte. Denn auf volles Risiko beim Aufschlag setzend - "sonst hat man gegen Sampras ohnehin keine Chance" - leistete sich Kiefer vier Doppelfehler und geriet dadurch auf die Verliererstraße.

Kiefer ließ sich niemals hängen

Im zweiten Satz schien er den besten Serve- and Volley-Spieler mit lehrbuchreifen Returns und unermüdlicher Laufarbeit den Nerv zu rauben. Der siebenmalige Wimbledon-Sieger zog jedoch im Schlusssatz auf 4:0 davon. Unbeeindruckt von dem Rückstand kämpfte sich Kiefer noch einmal auf 3:5 heran und besaß im letzten Spiel sogar die Chance zum Break.

"Ich wusste, das ich heute Abend alle Hände voll zu tun haben werde", sagte Sampras und gestand: "Nicolas hat mir das Leben sehr schwer gemacht. Es war ein verdammt hartes Match." Angetan vom Auftritt des Deutschen zeigte sich auch Daviscup-Kapitän Carl-Uwe Steeb: "Er hat toll gespielt. Schade, dass er wieder nicht belohnt wurde". Er hofft nun, dass Kiefer in der gleichen Form beim Daviscup-Viertelfinale vom 6. bis 8. April in den Niederlanden auftrumpft. Steeb: "Das wäre die halbe Miete."