Kleiner Klitschko "Es geht um alles oder nichts"
München - Vier Monate nach seinem überraschenden Sturz vom Weltmeisterthron sieht sich Profi-Boxer Wladimir Klitschko, 27 am Scheideweg. "Es geht um alles oder nichts", sagte der in Los Angeles lebende Ukrainer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in München, wo er am 30. August in den Ring steigt. Als Gegner wird der neun Jahre ältere Amerikaner Ross Puritty gehandelt, gegen den Wladimir Klitschko am 5. Dezember 1998 in Kiew die erste von zwei Niederlagen in seiner bisherigen Profikarriere bezog.
"Ross Puritty ist mein Wunschgegner", drückte Klitschko Präferenzen aus. Zwar sind noch keine Verträge unterschrieben, "aber es sieht sehr gut aus mit Puritty", bestätigte Christoph Rybarczyk, Sprecher des Hamburger Universum-Stalls. Universum-Chef Klaus-Peter Kohl weilt derzeit auf Beobachtungs-Tour in Thailand.
Wladimir Klitschko will nach dem spektakulären Kampf seines älteren Bruders Witalij gegen Weltmeister Lennox Lewis in Los Angeles beweisen, dass auch er noch das Zeug zu großen Kämpfen hat. "Ich habe nach der Niederlage gegen Sanders viel nachgedacht. Ich war nicht mehr so hungrig und habe Fehler gemacht", gab er nach seiner kopflosen Vorstellung gegen den Südafrikaner zu und gelobte Besserung: "Jetzt bin ich so hungrig wie noch nie auf meinen Sport. Ich muss dem Boxen mehr Zeit geben, damit ich von der ersten Liga in die Champions League komme. Es ist fünf vor Zwölf, aber noch nicht zu spät."
Weitere mögliche Rivalen könnten der 34-jährige Argentinier Fabio Eduardo Moli und der fast 38 Jahre alte Amerikaner Lou Savarese sein. Der in der WBO-Rangliste an Position 14 geführte Moli hat 29 Kämpfe gewonnen und zwei verloren. Der erfahrene Savarese (43 Siege/5 Niederlagen) zog unter anderem gegen Mike Tyson, Kirk Johnson, Michael Grant und George Foreman den Kürzeren. Mit 17 Niederlagen in 48 Kämpfen ist Puritty der vermeintlich Schwächste in diesem Trio.