Klöden-Wechsel: T-Mobile tritt nach - DER SPIEGEL
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Klöden-Wechsel T-Mobile tritt nach

Für T-Mobile ist es ein schwerer Verlust. Andreas Klöden verlässt überraschend den Bonner Radrennstall und schließt sich einem Team mit schlechtem Ruf an. Von seinem bisherigen Arbeitgeber gibt es hämische Kommentare.
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Hamburg – "Wir haben Andreas Klöden ein außergewöhnlich gutes Angebot gemacht. Er sollte eine exponierte Stellung im Team erhalten und Verantwortung für das Team und den deutschen Radsport übernehmen", sagte T-Mobile-Kommunikationschef Christian Frommert, "er hat sich lieber für eine Helferrolle entschieden. Und wenn das so ist und er die Herausforderung nicht annehmen will, dann ist es wirklich besser, man trennt sich."

Der frühere T-Mobile-Teamchef Walter Godefroot, der inzwischen als Berater bei Astana tätig ist, zeigte sich von Klödens Entscheidung überrascht. "Schließlich kann er hier auf keinen Fall Kapitän sein. Denn das ist ohne Zweifel Alexander Winokurow", sagte Godefroot.

Klöden stört es anscheinend nicht, auf die Spitzenposition bei Astana verzichten zu müssen. Er gab heute auf seiner Homepage bekannt, in den beiden nächsten Jahren für den in die Dopingschlagzeilen geratenen spanischen Radrennstall zu fahren. Der 31-Jährige begründete seine nach "reiflicher Überlegung" gefallene Entscheidung so: "Ausschlaggebend ist vor allem die Tatsache, dass ich mit Fahrern wie Alexander Winokurow und Andrej Kaschetschkin zu einer sehr starken Mannschaft gehe, mit der wir in der kommenden Saison vieles erreichen können." Winokurow startete bis 2005 gemeinsam mit Klöden bei T-Mobile.

Der Vertrag des in der Schweiz lebenden Klöden bei T-Mobile läuft zum Saisonende aus. Der deutsche Meister von 2004 ist seit 1998 Profi und fuhr seitdem für Team Telekom und dessen Nachfolger. Neben dem zweiten Platz hinter Lance Armstrong (USA) bei der Tour de France 2004 war Olympiabronze im Straßenrennen von Sydney 2000 sein größter Erfolg. Bei der diesjährigen Tour de France fuhr Klöden auf Rang drei. Er wird voraussichtlich sogar noch auf Platz zwei vorrücken, sollte dem des Dopings überführten Floyd Landis (USA) der Gesamtsieg aberkannt werden.

Klödens Teamkollege Matthias Kessler, der bei der diesjährigen Frankeich-Rundfahrt eine Etappe gewann, unterschrieb ebenfalls für zwei Jahre bei Astana. Zudem verpflichtete das Team, das von einem kasachischen Energiekonzern finanziert wird, den Schweizer Meister Gregory Rast (Phonak) und der Österreicher René Haselbacher vom deutschen Rennstall Gerolsteiner.

Fahrermangel - kein Tour-Start von Astana

Astana, dessen Vorgänger Liberty Seguros war, hat allerdings einen schlechten Ruf. Zahlreiche Fahrer sind in den so genannten spanischen Dopingskandal um den Arzt Eufemiano Fuentes verstrickt. Das Versicherungs-Unternehmen Liberty Seguros hatte sich als Sponsor vor der diesjährigen Tour de France zurückgezogen, nachdem der Sportdirektor der Equipe, Manolo Saiz, in Spanien im Zuge einer Dopingrazzia verhaftet worden war. Da zu viele Fahrer wegen Dopingvorwürfen suspendiert worden waren, konnte Astana nicht an der Tour de France 2006 teilnehmen.

Für die 61. Vuelta durch Spanien (26.8. bis 17.9.) hatte die Astana-Mannschaft ebenso wie der ehemalige Landis-Rennstall Phonak erst am Mittwoch die Startgenehmigung erhalten, nachdem die Lizenzen beider Rennställe vom Weltverband UCI bestätigt worden waren. Astanas Team bei der Vuelta führt Winokurow an, dessen deutscher Teamkollege Jörg Jaksche steht dagegen unter Dopingverdacht und darf nicht starten.

ach/sid/dpa

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