Kommentar: Schwierige Werbepartner - DER SPIEGEL
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Kommentar Schwierige Werbepartner

Von Till Schwertfeger
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Nach den jahrelangen Querelen im deutschen Team und der Finanzaffäre in der Zentrale des Deutschen Tennis Bundes (DTB) hatte sich DTB-Präsident Georg von Waldenfels von der Daviscup-Erstrundenpartie gegen Rumänien vor allem eins für seinen finanziell klammen Verband gewünscht: Werbung für den Tennissport.

Die Voraussetzungen schienen günstig: ARD und ZDF übertrugen an allen drei Tagen live. Die neue Volkswagen-Halle in Braunschweig war mit täglich fast 6000 Zuschauern gut besucht. Und am wichtigsten: Mit Nicolas Kiefer und Tommy Haas standen erstmals seit zwei Jahren wieder die beiden in der Rangliste besten deutschen Profis in der Mannschaft.

Aber auch wenn Haas und Kiefer am Sonntag eine Blamage gegen den nur zweitklassigen Gegner Rumänien gerade noch abwenden konnten, eine Werbung für das deutsche Tennis waren die Tage von Braunschweig nicht wirklich.

Zu dürftig die Leistungen von Kiefer im Einzel gegen Pavel sowie von David Prinosil/ Marc-Kevin Goellner im Doppel. In Kiefers Fall blendete sich das ZDF mit Rücksicht auf die Vorabendserien aus der Live-Übertragung aus, die schwache Vorstellung des DTB-Doppels quittierten die Tennisfans in der Halle mit Pfiffen und Buhrufen.

Zu peinlich die Plattitüden, mit denen die Racket-Protagonisten die Öffentlichkeit penetrierten. Mit schnippischer Arroganz und Floskeln à la "Der Ball ist rund" reagierten Kiefer, Haas und Co. auf jede nur im Ansatz kritische Frage.

Im SPIEGEL-ONLINE-Interview hatte von Waldenfels kürzlich über seine schwierigen Werbepartner Kiefer und Haas gesagt: "Sie sind ja noch in voller jugendlicher Kraft." Frei übersetzt könnte dieser Satz bedeuten: Kiefer, 23, und Haas, 22, sind noch lernfähig.

Wie einstudiert hatten die beiden Jungmillionäre während der Partie gegen Rumänien immer wieder verlauten lassen, es sei ihnen eine Ehre, für Deutschland zu spielen. Außer Bälle schlagen gehört dazu allerdings auch, neben dem Court ein positives Image für sich, die Mannschaft und die Sportart aufzubauen.

Das müssen sie noch lernen. Oder Jurist von Waldenfels sollte vielleicht darüber nachdenken, einen entsprechenden Passus in den neuen Daviscup-Verträgen zu verankern.