Korruption: IOC-Vize Kim hinter Gittern - DER SPIEGEL
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Korruption IOC-Vize Kim hinter Gittern

Der umstrittene südkoreanische IOC-Vizepräsident Kim Un-Yong muss wegen Korruption und Veruntreuung für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Nach der Verurteilung droht Kim nun der Ausschluss aus dem IOC, das ihn bereits vorläufig seiner Rechte und Funktionen enthoben hatte.
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Seoul - Ein Bezirksgericht in Seoul befand Kim heute für schuldig, fast 800 Millionen Won (etwa 559.000 Euro) an Bestechungsgeldern angenommen und mehr als drei Milliarden Won verschiedener Sportverbände veruntreut zu haben.

Der Vorsitzende Richter erklärte die Milde des Strafmaßes mit Kims hohem Alter, seiner Reue und seinem "Beitrag zur weltweiten Entwicklung der nationalen Sportart Taekwondo". Das Gericht wies Kim außerdem an, 788 Millionen Won zurückzuzahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor sieben Jahre Haft gefordert. Das Anwaltsteam von Kim kündigte Berufung gegen das Urteil an.

Südkoreas international bekanntester Sportfunktionär war im Januar verhaftet worden. Zuvor hatte er sein Abgeordnetenmandat niedergelegt und war als Vorsitzender des Taekwondo-Weltverbandes zurückgetreten. Kim hatte im IOC die Aufnahme von Taekwondo in das Olympia-Programm erst 2000 durchgesetzt. Er ist im IOC auch wegen seiner Verwicklung in den Korruptionsskandal von Salt Lake City umstritten. 1999 hatte er deshalb vom IOC einen strengen Verweis erhalten.

Mit einer milden Bestrafung durch das IOC wird Kim nach der Verurteilung durch ein Gericht nicht davonkommen. Dem ehemaligen Top-Funktionär droht der Ausschluss aus dem Komitee, das ihn vor dem Prozess schon vorläufig von seinen Funktionen entbunden hatte.