Lakers-Profi Barnes: Harter Türsteher - DER SPIEGEL
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Lakers-Profi Barnes Harter Türsteher

Wer die LA Lakers in den Playoffs besiegen will, muss an Matt Barnes vorbei. Der NBA-Profi ist ein starker Verteidiger und wertvoller Bankspieler. Vor allem aber sorgt er für Härte und Aggressivität, die dem Meister fehlte, wie das Basketball-Magazin "FIVE" analysiert.
Von Simon Steinkogler
Lakers-Forward Barnes: "Unschätzbarer Wert für das Team"
Lakers-Forward Barnes: "Unschätzbarer Wert für das Team"

Lakers-Forward Barnes: "Unschätzbarer Wert für das Team"

Foto: Harry How/ AFP
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Michael Beasley ist angefressen. Gerade hat ihn Andrew Bynum beim Zug zum Korb unsanft gestoppt. Nachdem der Flügelspieler der Minnesota Timberwolves hart auf das Parkett knallt, will er den Center der Lakers zur Rede stellen. Sein Ziel erreicht er jedoch nicht. Matt Barnes stellt sich Beasley in den Weg und fungiert als Bodyguard. Barnes ist der Türsteher der Lakers, er baut sich schützend vor seinem Kollegen auf. Genau so haben sie sich das in Los Angeles vorgestellt, als der Small Forward vergangenen Sommer verpflichtet wurde.

Denn die Lakers haben seit jeher nicht gerade den Ruf eines harten Teams. Mit filigranen Ballvirtuosen wie Pau Gasol und Kobe Bryant gilt die Mannschaft aus Los Angeles eher als soft. Matt Barnes, nach der Saison 2009/2010 in Orlando ohne neuen Vertrag, wusste um die Defizite der Lakers - und er wusste auch, zu welchem Team er wollte. "Er hat mir geschrieben und gefragt, ob wir ihn brauchen können", sagte Shooting Guard Bryant in einem Interview mit ESPN. "Ich habe sofort unseren General Manager angerufen. Matt ist ein harter Arbeiter und eine sehr gute Ergänzung für unsere Mannschaft."

Barnes macht von allem ein bisschen, verfügt über einen soliden Wurf von der Dreierlinie und sehr gutes Spielverständnis. Bryant sind die Qualitäten des 31-Jährigen wohl bekannt. Schon mehrmals waren die beiden in den vergangenen Jahren aneinander geraten. Der frühere Magic ist ein knochenharter Verteidiger, ausgestattet mit langen Armen und der Mentalität eines Rottweilers. Ohne Angst stellt Barnes sich auf dem Flügel den Stars der Liga wie LeBron James oder Kevin Durant entgegen. Er hat das besondere Etwas, das ein Elite-Verteidiger braucht: eine gesunde Aggressivität.

Seine kantige Art und seine harte Schale kommen nicht von ungefähr. Barnes ist ein Wandervogel, in seinen bisher neun Jahren in der NBA hat er für elf Mannschaften gespielt. Im kalifornischen Santa Barbara geboren, will er sich nun ein permanentes Heim bei den Lakers schaffen und nebenbei der Mannschaft zum Titel verhelfen. Also hechtet er im Staples Center den Bällen hinterher, nimmt die Offensivfouls an und sichert sich die wichtigen Rebounds.

"Alles, was Matt macht, hat unschätzbaren Wert für unser Team", sagt Bryant. "Er bringt die kleinen Dinge, die nicht in der Statistik auftauchen, aber für uns unglaublich wichtig sind. Mit solchen Spielern wird man Champion."

Dafür müssen die Lakers in der ersten Runde der Playoffs aber erst einmal an den New Orleans Hornets vorbeikommen. Derzeit sieht es wieder besser aus. Nach dem 106:90-Sieg am Dienstag führt der Titelverteidiger 3:2. Barnes erzielte fünf Punkte. Am Donnerstag könnte in New Orleans die Entscheidung fallen.

Durch ist bereits Chicago. Die Bulls gewannen am Dienstag 116:89 gegen die Indiana Pacers und entschieden die Serie 4:1 für sich. Die Orlando Magic konnten mit einem 101:76-Sieg gegen Atlanta auf 2:3 verkürzen. Die Hawks haben allerdings die besseren Karten, genießen sie doch im nächsten Spiel am Donnerstag Heimrecht.