Lakers - Suns Bryant mit der Schlusssirene
Los Angeles - Penny Hardaway, Guard der Phoenix Suns, war optimistisch vor dem zweiten von sieben möglichen Halbfinalspielen gegen die scheinbar unbesiegbaren Los Angeles Lakers: "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Lakers schlagen können". Wäre die Partie 2,6 Sekunden früher zu Ende gewesen, wäre Hardaways Optimismus Realität geworden. Aber Schluss ist in der NBA nun einmal erst nach exakt 48 Minuten effektiver Spielzeit. Und 2,6 Sekunden können im Basketball eine Ewigkeit sein.
Zumindest reichte die Zeit für den Lakers-Jungstar Kobe Bryant aus, um im Eins-gegen-eins seinen direkten Gegenspieler, Jason Kidd, zu schlagen und mit einem erfolgreichen Sprungwurf aus fünf Metern Distanz, seinem Team in einem Wimpernschlagfinale einen hauchdünnen 97:96-Sieg zu sichern. Für den Matchwinner war es ein versöhnlicher Abschluss eines bedingt durch Foulprobleme ansonsten eher ruhigeren 15-Punkte-Auftritts.
Sheriff auf dem Feld war - wie inzwischen eigentlich in jedem Match - Shaquille O'Neal, bei dem es momentan einfach richtig rund läuft. Der 27-jährige Center nahm vor dem Anpfiff von Liga-Commissioner David Stern die Trophäe des Most Valuable Player (MVP) entgegen - O'Neal war vor zwei Tagen zum wertvollsten Spieler der regulären Saison gewählt worden - und verdeutlichte anschließend, warum nur er in diesem Jahr ernsthaft für diese Auszeichnung in Frage gekommen war. "Shaq" punktete mit 38 Zählern fast nach Belieben und pflückte bemerkenswerte zwanzig Rebounds vom Brett. Ferner blockte er fünfmal Wurfversuche des Gegners ab. Noch Fragen in Sachen MVP?
Eine respektable Leistung boten ebenfalls die beiden Phoenix-Suns-Akteure Penny Hardaway und Cliff Robinson. Der Optimist Hardaway verzeichnete 27 Punkte. "Uncle Cliffy" Robinson legte noch drei Zähler drauf und stellte eine neue persönliche Play-off-Bestmarke auf. Robinson dürfte sich in Phoenix seines berüchtigten "Play-off-jinx" aus seiner Zeit bei den Portland Trail Blazers entgültig entledigt haben.
Nach dem jüngsten Krimisieg der Lakers führen diese die Serie mit 2:0 an. Bereits morgen haben die Phoenix Suns im heimischen Kakteenstaat Arizona jedoch die Gelegenheit, auf 1:2 zu verkürzen. Vielleicht gehen die Uhren in Phoenix anders.