Lance Armstrong: Abgeschirmt durch Kickboxer - DER SPIEGEL
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Lance Armstrong Abgeschirmt durch Kickboxer

Weil der zweifache Tour-Gewinner Lance Armstrong von Fans und Medien auf Schritt und Tritt verfolgt wird, hat der US-Amerikaner als einziger Radprofi einen Leibwächter.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bar-le-Duc - Sobald Lance Armstrong vom Fahrrad steigt, weicht ihm Thierry nicht mehr von der Seite. Zuweilen prallen Autogrammjäger und Journalisten von seinem bulligen Körper ab wie Fliegen an der Windschutzscheibe. Der "Garde du Corps", Sohn eines Chinesen und einer Französin aus Paris, verzieht keine Miene. Journalisten hält er eh' für Schmeißfliegen. "Wenn die Presse Blödsinn schreibt, hat man keine besondere Lust, liebenswert zu sein", sagt der 30-jährige Kickboxer.

"Armstrong nicht von dieser Welt"


Die französischen Medien mögen Armstrong nicht besonders. Er sei unnahbar, spreche kein Französisch, kritisieren sie: "Er ist irgendwie nicht von dieser Welt." Als Armstrong ankündigte, er werde nach der Tour de France den Stundenweltrekord angreifen und dafür den italienischen Sportmediziner Michele Ferrari konsultieren, mit dem er schon früher zusammengearbeitet hat, publizierten die Zeitungen seitenlange Artikel. Grund: Ferrari hat in der Vergangenheit mehreren Spitzensportlern angeblich Erythropoietin (Epo) verabreicht. Armstrong wehrte sich gegen die Dopingverdächtigungen per Pressemitteilung.

Bodyguard angeblich von Nike angeheuert


Am silbergrauen US-Postal-Bus hält Thierry mit bösem Blick die Stellung. Er fahnde nach "verdächtigen Personen". Angeblich im Auftrag von Nike. Ein amerikanischer Journalist will herausgefunden haben, dass der Bodyguard von dem Sportartikelhersteller, Sponsor des US-Postal-Teams, angeheuert wurde. Thierry, "Pfeiler der Festung US Postal", wie ihn die französische Zeitung "Aujourd'hui" nennt, ist das egal. Er hat schon schwierigere Fälle erledigt. "Ich war ein Jahr in Algier, um eine französische Persönlichkeit zu beschützen", sagt er geheimnisvoll und behält den Namen für sich. "Nachfragen wird Ihnen nichts nützen." Das glaubt man Thierry aufs Wort.

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