Die Karriere von Lance Armstrong: Absturz eines Helden
Aussage unter Eid Armstrong nennt Namen von Dopinghelfern
Hamburg - Der ehemalige Radprofi Lance Armstrong hat offenbar unter Eid ausführlich Auskunft über seine Hintermänner gegeben. Wie die Zeitung "USA Today" berichtet, nannte der US-Amerikaner bereits in einem Prozess im vergangenen November die Namen der beteiligten Personen.
Der Versicherungskonzern Acceptance Insurance Company hatte Armstrong vorgeworfen, sein Doping in den Jahren 1999 bis 2001 verschleiert zu haben. Deshalb solle der 42-Jährige einen Bonus in Höhe von drei Millionen Dollar zurückzahlen.
Später einigte Armstrong sich außergerichtlich mit dem Unternehmen. Teil des Deals war demnach, dass die Aussage Armstrongs unter Verschluss bleiben sollte.
Am Mittwoch wurde die Aussage nun doch publik. Der Grund: Der Anwalt von Armstrongs Ex-Teamkollegen Floyd Landis hatte sie in einem anderen Prozess erwähnt. Demnach beschuldigte Armstrong Trainer Pepi Marti sowie die Ärzte Pedro Celaya, Luis Garcia del Moral und Michele Ferrari, ihn mit Dopingmitteln versorgt zu haben. Als Boten hätten seine Physiotherapeutin Emma O'Reilly, sein Mechaniker Julien de Vriese sowie Philippe Maire gedient. Auch Armstrongs ehemaliger Teamchef Johan Bruyneel soll Mitwisser gewesen sein.
Gleichzeitig wies Armstrong unter Eid den Vorwurf zurück, dass er seit seinem Comeback in den Jahren 2009 und 2010 gedopt habe. Auch bestritt der einstige Tour-de-France-Sieger, dass er Personen dafür bezahlt habe, über seine Dopingpraktiken zu schweigen.
Trotz seiner Offenbarungen kann der 42 Jahre alte Ex-Profi nicht darauf hoffen, dass seine lebenslange Sperre aufgehoben wird. Darauf hatte am Mittwoch Brian Cookson, Präsident des Radsport-Weltverbands UCI, am Rande eines Sportkongresse in Belek hingewiesen.