Land & Leute Ente in Rhabarberwein
Erste Etappe
- Fabriken und Fördertürme, Abraumhalden und Soldatenfriedhöfe - Frankreichs Norden ist getränkt von Blut, Schweiß und Tränen. Doch in jüngster Zeit hat sich die Region Nord-Pas-de-Calais stark gewandelt. Seit der Tourismus zum zweitwichtigsten Wirtschaftsfaktor avancierte, kehrt das Land seine lieblichen Seiten wieder stärker hervor.
Der Küstenstrich zwischen Boulogne-sur-Mer und der belgischen Grenze, die Côte d'Opale, genießt in Frankreich inzwischen den Ruf als Reiseziel für Genießer und Individualisten. Kilometerlange, breite und oft menschenleere Sandstrände, imponierende Klippen, mächtige Dünen und ein von Kanälen durchzogenes, satt-grünes Hinterland mit viel Hecken und Eschenwäldern prägen die Opalküste.
Das hohe Kap der "grauen Nase"
Die besten Orte, um sich den Wind um die Nase wehen zu lassen und die Weite des Meeres und der Landschaft zu genießen, sind die beiden Felsenklippen Cap Blanc-Nez und Cap Gris-Nez. An klaren Tagen kann man von hier die rund 35 Kilometer entfernte englische Küste erkennen. Das 45 Meter hohe Kap der "grauen Nase" passiert das Peloton auf der heutigen Etappe bei Kilometer 176,5, also nur noch knapp 20 Kilometer vom Ziel entfernt.
Der Startort, die Kleinstadt Saint-Omer, liegt in einem von Kanälen durchzogenen Landstrich. Schon nach elf Kilometern geht es durch Ayre-sur-la-Lys; die Besonderheit dieses Ortes ist eine nahezu vollständig aus dem 16. und 17. Jahrhundert erhaltene Bebauung an der Grand Place. Wer hierher kommt, sollte nicht auf Rummel aus sein - sondern auf Ruhe, Erholung und deftiges Essen.
Huhn in Bier
Die Küche des Nordens zeichnet sich durch zweierlei aus: durch ihren großzügigen Einsatz von Gemüse, vor allem Lauch, Karotten, Erbsen, Bohnen, Chicorée und durch die Vorliebe für süß-saure Kombinationen wie etwa Huhn in Bier, Hase mit Pflaumen oder Ente in Rhabarberwein. Häufig rundet der für die Region typische Weichkäse Maroilles ein Menü ab. Direkt an der Küste überwiegt das Angebot an Fischen und Meeresfrüchten. Vor allem in Touristenorten wie Le Touquet-Paris-Plage (Kilometer 119), dem wohl mondänsten und bekanntesten Seebad an der Côte d'Opale.
Das Zentrum des Ortes ist durch zueinander rechtwinklig verlaufenden Straßen gegliedert, im Osten schmiegt sich ein vor 150 Jahren angepflanzter Wald an die Häuser. Es gibt eine breite Deichpromenade, ein Spielkasino, elegante Boutiquen und ein reichhaltiges Sportangebot wie Sandsurfen, Drachenfliegen oder Segeln.
Der Zielort Boulogne-sur-Mer zählt zu den größten und wichtigsten Fischereihäfen Frankreichs. Besonders sehenswert sind die Oberstadt um die Basilika Nôtre-Dame, die noch vollständig von einer Wehrmauer mit vier Toren umgeben ist, und die Unterwasserwelt "Nausicaà", der größte Meereszoo Europas mit insgesamt 10.000 Tieren aus allen Weltmeeren.