Land & Leute: Tucholsky trifft Unesco - DER SPIEGEL
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Land & Leute Tucholsky trifft Unesco

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14. Etappe

- Gestartet wird heute in der Industriestadt Tarbes am Fuße der Pyrenäen. Französische Schulkinder müssen den Ortsnamen lernen, weil hier Marschall Ferdinand Foch geboren wurde, der im Ersten Weltkrieg Berühmtheit als Oberbefehlshaber der französischen Armee erlangte.

Die Route der 14. Etappe führt zunächst vergleichsweise harmlos durch die Ausläufer der mächtigen Felsriesen im Süden, ab Kilometer 65 aber wird die Strecke extrem: Dicht aufeinander folgen die brutalen Anstiege auf den Col d'Aspin und den Col du Tourmalet, einen der gefürchtetsten Pyrenäenpässe überhaupt. Von der Passhöhe auf 2115 Meter bietet sich gen Norden ein beeindruckender Blick auf den Pic du Midi de Bigorre (2865 Meter), das Wahrzeichen der Zentralpyrenäen.

Als Tucholsky mäkelte ...

Wesentlich bekannter aber ist eine andere Bergformation, die nur wenige Kilometer entfernt im Süden unmittelbar an der Grenze zu Spanien liegt: der Cirque de Gavarnie. Kurt Tucholsky nannte den eindrucksvollen Kessel in seinem "Pyrenäenbuch" eine nationale Zwangsvorstellung und mäkelte: "Die Felswände stehen im gigantischen Halbkreis, oben liegt etwas Schnee, und das Ganze ist schön anzusehen. Aber mehr nicht …"

Der Spötter untertreibt natürlich: Denn es handelt sich nicht um irgendeinen Gebirgskessel, sondern um einen mit rund zwei Kilometer Durchmesser, der von rund 1500 Meter hohen, nahezu senkrechten Wänden gebildet wird - eine spektakuläre Szenerie. Zwei Wasserfälle stürzen mehrere hundert Meter in die Tiefe, einer davon ist mit 422 Metern Europas höchster: die Grande Cascade.

Mit Pferd oder Maultier bergauf

Ganz oben rechts in den Bergzacken erkennt man eine merkwürdige Scharte, die so genannte Rolandsbresche, die der Sage nach von Roland mit seinem Schwert Durandal in den Fels geschlagen wurde. Vom Bergdorf Gavarnie, wo die Autostraße endet, ist es noch etwa eine Stunde Fußweg bis auf den Grund des Cirque de Gavarnie. Wer nicht gerne läuft, kann sich von einem Pferd oder Maultier bergauf tragen lassen.

Bergauf müssen auch die Radprofis bis hinauf ins Ziel auf 1715 Meter Höhe in Luz-Ardiden. Der Skiort oberhalb des Talortes Luz-Saint-Sauveur wurde erst 1974 gegründet - einzig zu dem Zweck, den Tourismus auf dieses Plateau unterhalb des Pic de Viscos (2141 Meter) zu etablieren. 17 Kilometer schlängelt sich die eindrucksvolle Serpentinenstraße aus dem Tal der Gave hier herauf. Wer diese Strecke auf dem Fahrrad bewältigt, wird eine zünftige Brotzeit zu schätzen wissen. Vielleicht mit Blutwurst, Heidelbeeren oder dem würzigen Schafskäse Tourmalet des Pyrénées, beides Spezialitäten aus dieser Gegend.