Langlauf Russischer Doppelsieg
Soldier Hollow - Die Russin Olga Danilowa hat bei den Olympischen Winterspielen von Salt Lake City Gold im erstmals durchgeführten Jagdrennen der Skilangläuferinnen gewonnen. Die 31-Jährige siegte nach jeweils 5 Kilometern im klassischen und freien Stil in der Gesamtzeit von 24:52,1 Minuten vor ihrer wie schon über 15 Kilometer zweitplatzierten Landsfrau Larissa Lasutina. Als Dritte gewann Beckie Scott die erste Langlauf-Medaille für Kanada bei Olympia. Beste Deutsche war die Viola Bauer als hervorragende Fünfte.
Nur 1,2 Sekunden fehlten Bauer am Ende zur Brozemedaille. Dennoch war die Oberwiesenthalerin überglücklich. "Das war das gigantischste Rennen meines Lebens", sagte die überglückliche Sportsoldatin aus Sachsen nach ihrem bisher größten Erfolg in einer Einzel-Konkurrenz.
In einem spannenden Finish um den dritten Platz musste sich Bauer nur knapp der Kanadierin Scott und der Tschechin Katerina Neumannova geschlagen geben. "Ich freue mich riesig über den fünften Platz. Aber ein klein wenig ärgerlich ist es schon, dass ich so hauchdünn an Bronze vorbei gelaufen bin", erklärte die über das ganze Gesicht strahlende Bauer, die vor drei Jahren bei der WM in Ramsau Dritte mit der Staffel geworden war. Der überraschende Erfolg brachte ihren ganzen Tagesplan durcheinander. Statt ins Quartier ging es zur Präsentation ins Deutsche Haus.
Selbstvertrauen für die Staffel
"Das gibt der Truppe Selbstvertrauen für die ausstehenden Rennen
im Sprint und in der Staffel", bilanzierte Langlauf-Koordinator
Jochen Behle zufrieden. Evi Sachenbacher aus Reit im Winkl belegte
mit einem Rückstand von 1:18,9 Minuten Rang 21, vier Zehntel dahinter
kam Manuela Henkel (Oberhof) als 23. ins Ziel. Claudia Künzel aus
Oberwiesenthal hatte als 57. im klassischen Stil die Entscheidung
verpasst.
Schon auf dem ersten Teilstück über 5 Kilometer klassisch hatte Bauer als
Fünfte überrascht. "Schade, dass es keinen Einzel-Wettbewerb auf
dieser Strecke mehr gibt. Aber ich werde versuchen, das beste
herauszuholen", kündigte die 25-Jährige danach an. Und dies gelang
ihr auf den zweiten 5 Kilometer im freien Stil in eindrucksvoller Manier.
Von Beginn an hielt sich die diplomierte Sozialpädagogin in der
Spitzengruppe, aus der sich nur die beiden Russinnen Danilowa und
Lazutina absetzen konnten. "Ich habe relativ wenig taktische Fehler
gemacht und bin das Rennen nicht zu schnell angegangen", meinte die
Oberwiesenthalerin nach ihrem Coup. Die Taktik, nicht auf Teufel
komm' raus zu laufen, sei vorher in einer einstündigen Besprechung
mit den Trainern festgelegt worden.
Drittes Gold für Danilowa
Für Olga Danilowa war es der dritte Olympia-Triumph nach ihren
Siegen vor vier Jahren in Nagano über 15 km und in der Staffel. Ihre
36 Jahre alte Landsfrau Lazutina verpasste wie zum Auftakt der
olympischen Langlauf-Wettbewerbe in Salt Lake City im Massenstart
knapp ihr sechstes Olympia-Gold. Sie hat seit 1992 insgesamt neun
Medaillen bei Winterspielen gewonnen.