Leichtathletik Busemann ist wieder da
Tallinn - Frank Busemann hat am Sonntag den Hallen-Siebenkampf in Tallinn gewonnen und dabei mit 6291 Punkten einen neuen deutschen Rekord aufgestellt. Der Olympia-Zweite von 1996 steigerte dabei die 16 Jahre alte Siebenkampf-Bestmarke des Mainzers Siegfried Wentz um 128 Punkte. "Das war ein echtes Signal. Im Hinblick auf die Europameisterschaften im August in München ist mit Frank wieder zu rechnen", versicherte Zehnkampf-Bundestrainer Claus Marek.
Busemann, der nach seinem ersten Hallen-Siebenkampf überhaupt nun Anfang März bei der Hallen-EM in Wien starten will, erzielte bei dem von Olympiasieger Erki Nool (Estland) in seiner Heimat organisierten Meeting eine Leistung, die im Vorjahr international nur Tschechiens Zehnkampf-Weltrekordler Roman Sebrle (6420) überbot. In der Rangliste aller Zeiten boten insgesamt nur sieben andere bisher mehr Punkte Busemann, der sich erstaunlich schnell von einem am 8. Dezember erlittenen Bänderanriss erholte. Offenbar trägt auch die Entscheidung, seit November nur noch mit dem Leverkusener Vereinscoach Bernd Knut zu trainieren, erste Früchte.
Im Hochsprung besser als in Atlanta
In Tallinn war die Konkurrenz um den letztjährigen Weltranglisten-Zweiten Arnar Magnusson ohne Chance gegen Busemann, der gleich in fünf Disziplinen besser war als Wentz. Nach 6,96 Sekunden über 60 m (Wentz 7,04), 7,76 m im Weitsprung (7,45), 14,57 m im Kugelstoßen (15,67 m) und überragenden 2,10 m im Hochsprung (2,03 m) hatte Busemann schon am ersten Tag ein Plus von 106 Punkten gegenüber dem Vizeweltmeister von 1987. Im Hochsprung schaffte er dabei sechs Zentimeter mehr als beim Sensations-Silber von Atlanta. Am zweiten Tag war Busemann in 7,91 Sekunden (Wentz damals 7,90) schnellster Hürdensprinter, meisterte mit dem Stab 4,85 m (4,80 m) und lief die 1000 m zum Abschluss in 2:40,91 Minuten (2:41,67).
Busemann beendete damit auch die Diskussion darüber, ob nicht Torsten Voss (ehemals Schwerin) der eigentliche Rekordler sei. Die 6.283 Punkte hatte der frühere Weltmeister (1987) vor 17 Jahren in
Senftenberg auf einer 250-m-Bahn erzielt, die wegen ihrer Überlänge nicht rekordfähig ist.