Leichtathletik-EM: Dämpfer für Dietzsch - DER SPIEGEL
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Leichtathletik-EM Dämpfer für Dietzsch

Sie stand auf dem Siegertreppchen, doch enttäuscht war sie trotzdem. Diskuswerferin Franka Dietzsch hatte bei der Leichtathletik-EM in Göteborg auf eine Goldmedaille gehofft. Doch eine junge Russin verdarb ihr den Traum vom Sieg.
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Göteborg - Mit 64,55 Metern erreichte Dietzsch nur den zweiten Platz hinter der russischen Überraschungssiegerin Darja Pischchalnikowa, die im vierten Versuch ihre Bestleistung auf 65,55 Meter schraubte. "Beim Einwerfen habe ich fast persönliche Bestleistung erzielt, der Diskus flog nahe an die 70 Meter heran. Doch als ich ins Stadion kam, waren meine Beine schwer. Und ich brauche schnelle Beine, um flott zu drehen und weit zu werfen", sagte die zweifache Weltmeisterin.

Schließlich konnte sie aber auch der Silbermedaille etwas Positives abgewinnnen. "Mit dieser Weite kann ich nicht leben, da fehlen zwei bis drei Meter. Ich bin mit Silber zufrieden, auch wenn ich sehr auf Gold gehofft hatte. Mit 38 darf man auch mal verlieren. Aber nächstes Jahr bei der WM in Osaka schlage ich sie", so die 38-Jährige Mecklenburgerin.

Für Deutschland war es nach den Siegen von Kugelstoßer Ralf Bartels und 10.000-m-Läufer Jan Fitschen sowie Siebenkampf-Bronze von Lilli Schwarzkopf die vierte Medaille. Die 13 wurde im Kontrast zur Hoffnung von Trainer Dieter Kollark nach zuvor zwölf Saisonwettkämpfen nicht zur Glückszahl. "Sie wirft viel zu hoch. Ich kriege die Krise", so Kollark, der sich als erfolgreichster deutscher Leichtathletik-Trainer nach der Wiedervereinigung das 11. Gold erhofft hatte. Nachdem die Russin die Führung erobert hatte, und nichts lief, verdüsterte sich die Laune der Weltmeisterin zusehends.

Vergeblich versuchte sie dann, wie ihr Neubrandenburger Clubkamerad Bartels am Montag noch im finalen Versuch die Wende herbeizuführen. Doch auf dem Weg zum Sieg hätten ihr die Beine fast einen Streich gespielt. "Sie sind nicht frisch", signalisierte sie Dieter Kollark das Problem. Nach der Qualifikation hatte sie noch gesagt: "Wenn die Beine schnell sind, dann bin ich auch schnell in der Drehung und kann weit werfen."

Trotz der Niederlage bekräftigte Dietzsch, dass sie noch nicht an ein Ende ihrer Karriere denkt. Sie betont immer wieder, dass die Konkurrenz auch nach 25 Jahren Leistungssport ohne große Verletzungen mit ihr rechnen muss: "Ich mache weiter, bis ich wirklich nicht mehr kann", sagte der Diskus-Evergreen. Zur WM im kommenden Jahr in Osaka hat sie eine Wildcard. 2008 in Peking will sie als 40-Jährige mit ihrem Trainer Dieter Kollark auf die chinesische Mauer steigen. Und die WM 2009 in Berlin ist dann auch nicht mehr weit.

fok/sid/dpa