Leichtathletik-EM Nerius holt Gold, Lobinger Silber
Göteborg - Nerius holte sich mit 65,82 Metern den ersten großen Titel ihrer Karriere. Der erhoffte deutsche Doppelsieg blieb jedoch aus, denn die Europarekordlerin, WM-Zweite und Weltjahresbeste Christina Obergföll (61,89 Meter) musste sich mit Rang vier begnügen und verpasste die Bronzemedaille um neun Zentimeter.
U23-Europameisterin Annika Suthe (Leverkusen) belegte bei ihrem EM-Debüt einen achtbaren achten Platz. Silber ging an die Tschechin Barbora Spotakova (65,64), Bronze an die Spanierin Mercedes Chilla (61,98).
Durch den Titel setzte Nerius auch ihre persönliche Erfolgsserie fort. Nachdem sie bei Olympia 2004 und der EM 2002 jeweils Silber und der WM 2003 und 2005 jeweils Bronze gewonnen hatte, ist sie die einzige deutsche Athletin, die bei den letzten fünf Großereignissen jeweils eine Medaille gewann. "Das war geil! Super schön, von diesem Sieg habe ich schon lange geträumt", jubelte Nerius.
Ganz knapp an Gold scheiterte dagegen Stabhochspringer Lobinger. Höher als der Deutsche sprang nur Aleksander Averbukh aus Israel, der 5,70 Meter meisterte. Lobinger scheiterte an 5,75 Metern und wurde mit 5,65 Metern notiert. Die gleiche Höhe überquerte der Franzose Romain Mesnil, der sich Silber mit Lobinger teilte. Vor vier Jahren hatte Lobinger Bronze gewonnen.
Der Leverkusener Richard Spiegelburg (5,40) belegte Platz 13. Lars Börgeling, EM-Zweiter von 2002, produzierte bei seiner Anfangshöhe von 5,50 drei Fehlversuche. Die deutschen Athleten hatten auf das erste Stabhochsprung-Gold bei internationalen Freiluftmeisterschaften seit dem Olympiasieg von Wolfgang Nordwigs im Jahr 1972 gehofft.
Vor den letzten drei Entscheidungen hatten die Deutschen bereits zehn Medaillen (4/4/2) auf dem Konto und sich in der Nationenwertung klar als Nummer 2 hinter der Leichtathletik-Supermacht Russland etabliert. Vier Mal Einzel-Gold überstrahlte die Bilanz von 2002 in München (2/9/8).
Jürgen Mallow, der Leitende Bundestrainer des DLV, kommentierte das sportliche Skandinavien-Hoch an Schwedens Westküste euphorisch: "Wir sind zu fast allem fähig. Und wir können es noch besser. Die Jungen haben sich hier hervorragend geschlagen."
Auch DLV-Präsident Clemens Pokrop war zufrieden: "Wir sind auf einem guten Weg zu neuen, noch größeren Herausforderungen. Göteborg macht Mut für kommende Aufgaben", sagte Prokop. "Es gibt einige neue Namen, an die wir uns auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften in Berlin gewöhnen müssen." Mit den jungen Mehrkämpfern Pascal Behrenbruch (21), Lilli Schwarzkopf (22), Jenifer Oeser (22), aber auch mit Hürdensprinter Jens Werrmann (21) muss in Zukunft gerechnet werden.
mig/sid/dpa