Leichtathletik Favoriten setzen sich durch
Braunschweig - Die Leichtathletik-Asse der vergangenen Jahre mit Lars Riedel und Dieter Baumann an der Spitze haben auch den ersten Tag der 100. Deutschen Meisterschaften am Samstag in Braunschweig dominiert. Zudem stabilisierten die Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) ihre Form auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Sydney, nachdem rechtzeitig beim ersten Startschuss der Dauerregen der vergangenen Tage aufgehört hatte. Einen überraschenden Höhepunkt setzte Sprinter Marc Blume (Wattenscheid), der sich mit der deutschen Jahresbestzeit von 10,19 Sekunden an die achte Stelle der "ewigen" deutschen Bestenliste über 100 m lief. Ob das Unterbieten der Olympia-Norm des DLV um 1/100 Sekunde allerdings noch für das Sydney-Ticket reicht, muss der DLV bei seiner Nominierungssitzung am Dienstag und endgültig das Nationale Olympische Komitee (NOK) am Donnerstag entscheiden.
Stehend feierten die 17.000 Zuschauer Dieter Baumann (Leverkusen) auf der letzten Runde des 5 000 m-Rennens. Der vom DLV-Schiedsgericht vom Doping-Verdacht freigesprochene Schwabe holte sich seinen elften Titel über die zwölfeinhalb Runden souverän in 13:39,17 Minuten. "Ich hatte mir vorgenommen, zu gewinnen. Schön, dass es geklappt hat. Der schönste Lauf war aber der in Nürnberg nach der Aufhebung meiner Suspendierung", sagte der 35-jährige, über dessen olympische Zukunft das Präsidium des Weltverbandes IAAF am Mittwoch befindet.
In den mit Spannung erwarteten Disziplinen, in denen vier Athleten die Olympia-Norm zwei Mal erfüllt hatten, blieben Diskuswerfer Andreas Seelig (Mainz) und Stabhochspringer Lars Börgeling (Uerdingen/Dormagen) auf der Strecke. Tim Lobinger (Köln) gewann den Stabhochsprung mit der deutschen Jahresbestleistung von 5,85 m vor Danny Ecker (5,75) und Michael Stolle (beide Leverkusen/5,70 ). Im Duell der beiden besten Diskuswerfer des vergangenen Jahrzehnts lag Olympiasieger Lars Riedel (Chemnitz) mit 65,67 m einen Meter vor Weltrekordler Jürgen Schult (Schwerin/64,66). Als Dritter mit 63,99 m sicherte sich Michael Möllenbeck (Wattenscheid) die dritte Olympia- Fahrkarte.
Weltmeister Karsten Kobs verteidigte seinen nationalen Titel im Hammerwerfen. Der 28-jährige von Bayer Leverkusen setzte sich mit der deutschen Jahresbestleistung von 80,21 m vor seinem Clubkameraden und Ex-Weltmeister Heinz Weis (77,94) durch. Der 37-jährige erhielt zum Trost für den entgangenen neunten Titel den Rudolf-Harbig- Gedächtnispreis als "würdiger und verdienter Leichtathlet, der in Haltung und Leistung als Vorbild für die Jugend gelten kann". Die große Überraschung war der dritte Leverkusener Markus Esser. Der 20-Jährige steigerte seine persönliche Bestleistung um 64 Zentimeter auf 76,66 m. Der dreimalige deutsche Jugendmeister übertraf damit auch die Olympia-Norm des DLV um 16 Zentimeter.
Favoritensiege gab es bei den Frauen über 5 000 m durch die deutsche Rekordhalterin Irina Mikitenko (Frankfurt/15:50,55 Minuten) vor Luminita Zaituc (Braunschweig/15:51,86), nach der Absage von Olympiasiegerin Heike Henkel (Leverkusen) durch Amewu Mensah (Berlin) mit 1,90 m, im Kugelstoßen in Abwesenheit der verletzten Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss (Neubrandenburg) durch Nadine Kleinert-Schmitt (Magdeburg/18,79 m) sowie bei den Männern über 3000 m Hindernis durch Europameister Damian Kallabis (Berlin/8:31,65) und im Weitsprung durch Kofi Amoah Prah (Berlin/8,11 m) vor Titelverteidiger Konstantin Krause (Ohra/Örsel(7,95)
Mit einer Überraschung endete das Sprintfinale der Frauen. Im Dortmunder Duell setzte sich Esther Möller in schwachen 11,44 Sekunden, allerdings bei 2,1 m/Sek. Gegenwind, gegen Titelverteidigerin Andrea Philipp (11,46) durch. Damit hat keine DLV-Sprinterin die Olympia-Norm über 100 m (11,20) erfüllt.