Leichtathletik: Jones bestätigt Dopingfall per SMS - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Leichtathletik Jones bestätigt Dopingfall per SMS

Noch immer gibt es keinen offiziellen Beleg des Epo-Fundes bei Marion Jones. Intern hat die amerikanische Sprinterin den Dopingfall aber eingeräumt, per Textnachricht an ihren Trainer. Der glaubt weiter an die Unschuld seiner Athletin. Auch ihr Anwalt ist gelassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - "Sie informierte mich durch eine Textmitteilung, es gäbe bei ihr Spuren von Epo", erklärte Steve Riddick, der Coach der dreimaligen amerikanischen Sprint-Olympiasiegerin in einem Gespräch mit der britischen Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatten die "Washington Post" und die "Los Angeles Times" berichtet, die 30-jährige Jones sei im Juni bei den USA-Meisterschaften in Indianapolis des Blut-Dopings überführt worden, die B-Probe werde am 6. September geöffnet.

Riddick, der mit der USA-Staffel 1976 in Montreal Olympiasieger über 4x100 Meter war und seit zwei Jahren Trainer von Marion Jones ist, gab sich optimistisch, dass der Fall im Sinne seiner Athletin geklärt werde. Obwohl über 99 Prozent aller B-Proben das Ergebnis der A-Analyse bestätigten, erklärte Riddick, diese werde "negativ sein."

Von offizieller Seite gibt es dagegen noch immer keine Bestätigung des Falles Jones. Schweigen herrscht im Fall Jones bei der amerikanischen Anti-Doping-Agentur und dem Nationalen Olympischen Komitee. Ein Sprecher des nationalen Leichtathletik-Verband USATF verwies auf die Geheimhaltungsfrist bis zur Öffnung der B-Probe, Pierre Weiss kritisierte als Generalsekretär des Internationalen Leichtathletik-Verband IAAF, offizielle gebe es keine Information, aber das Labor habe sich mit der Analyse viel zu viel Zeit gelassen.

Jones hatte am Freitag das Golden-League-Meeting von Zürich wenige Stunden vor ihrem geplanten Start verlassen und war in die USA zurückgeflogen. Jones hatte "persönliche Gründe nach einem Anruf" für ihre überhastete Rückreise in die Heimat angegeben. Die Organisatoren erfuhren erst nach ihrer Abreise vom kurzfristigen Startverzicht der Sprinterin. Sie verzeichnet drei der fünf besten 100-Meter-Zeiten des Jahres und ist Weltranglisten-Zweite in 10,91 Sekunden. US-Meisterin wurde Jones in 11,10 Sekunden und dabei im Wettkampf offenbar positiv getestet.

Lapidar äußerte sich Jones-Anwalt Rich Nichols auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters: "Es ist unglücklich, dass die Integrität und das Vertrauen in das Kontrollprogramm vielleicht verletzt wurden, aber Marion ist immer für sauber erklärt worden. Sie hat nie leistungssteigernde Mittel genommen, weder jetzt, noch sonst." 2006 hatte sich von den Golden-League-Meetings nur das ISTAF in Berlin, am 3. September Schlusspunkt der Serie, offensiv gegen eine Verpflichtung von Jones ausgesprochen.

goe/sid

Mehr lesen über