Leichtathletik: Mittelstreckenläufer Herms tot aufgefunden - DER SPIEGEL
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Leichtathletik Mittelstreckenläufer Herms tot aufgefunden

Er war über viele Jahre der dominierende Läufer über 800 Meter in Deutschland. Nun wurde die Leiche von René Herms am Samstag in seiner Wohnung aufgefunden. Die Todesursache ist bisher unklar.
Von Markus Tischler
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Hamburg - Leichtathlet René Herms ist tot. Die Leiche des früheren 800-Meter-Meisters und Olympiateilnehmers von 2004 wurde am Samstagvormittag in dessen Wohnung in Lohmen bei Pirna (Sachsen) aufgefunden. Herms wurde nur 26 Jahre alt.

"Das ist Fakt. Er wurde tot aufgefunden. Mehr kann ich nicht sagen. Die Ermittlungen laufen", sagte Polizeiführer Bernd Kopke. "Es weist nichts auf Fremdverschulden, Suizid oder ein Verbrechen hin."

Bernhard Bröger, zweiter Vorsitzender der LG Braunschweig, für die Herms seit 2007 startete, sagte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE: "Herms hat gestern Abend noch trainiert. Da war alles in Ordnung. Als ihn dann aber später sein Trainingspartner noch anrief, war er telefonisch nicht mehr zu erreichen." Heute Morgen soll dann die Schwiegermutter Herms' Leiche gefunden haben, nachdem sich Herms' Ehefrau wegen des ausbleibenden Kontaktes Sorgen gemacht habe, sagte die Managerin Kerstin Pohlers. Der anschließend herbeigerufene Notarzt habe dann die Kriminalpolizei eingeschaltet. Die Leiche sei zur Obduktion freigegeben worden.

Wie Bröger weiter sagte, soll Herms vor kurzem einen grippalen Infekt gehabt haben. Eine Herzmuskelerkrankung und die Folgen könnten somit eine mögliche Todesursache gewesen sein, so Bröger. Auch Pohlers gab an, dass Herms zum Jahreswechsel krank gewesen sei. "Ich habe noch am Montag mit ihm die komplette Hallensaison abgestimmt. Es ging ihm gut, es war alles okay, außer dass seine Nase noch ein wenig verschnupft war. Dies waren die Nachwirkungen einer Grippe, die er über Silvester hatte."

Herms war von 2001 bis 2006 Deutscher Meister über die 800 Meter sowie von 2002 bis 2007 Hallenmeister über diese Distanz. 2004 erreichte er das Halbfinale der Olympischen Spiele von Athen. 2001 wurde er Junioren-Europameister und 2003 U23-Europameister. Bei den Europameisterschaften 2002 in München belegte er im Finale den siebten Platz. Seine Bestleistung hatte Herms 2004 mit 1:44:14 Minuten erzielt.

"In den vergangenen zwei Jahren war er aber nicht mehr die unumstrittene Nummer eins in Deutschland", sagte Bröger. Herms habe sich rehabilitieren wollen gerade im Hinblick auf die Weltmeisterschaften in Berlin im August. "Noch vor kurzem hat er einen Laktattest gemacht. Und die Werte sollen sehr gut gewesen sein, hat er mir berichtet."

Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) reagierte zutiefst betroffen. "Das ist für die ganze Leichtathletik eine schockierende Nachricht. Es ist ein erdrückendes Gefühl, das kann man ganz schwer beschreiben. Jetzt liegt es an der Polizei, herauszufinden, was die Todesursache war", sagte Siggi Schonert, Teammanager der deutschen Nationalmannschaft. Herms' früherer Trainer hatte am Donnerstagmittag noch telefonischen Kontakt zum Athleten. 'Wir haben telefoniert, weil er mit meiner Trainingsgruppe in ein Trainingslager nach Kienbaum aufbrechen wollte", erklärte Klaus Müller.

Mit Material vom sid und dpa