Leichtathletik: Solides Abschneiden der Deutschen - DER SPIEGEL
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Leichtathletik Solides Abschneiden der Deutschen

Am dritten Tag des olympischen Leichtathletik-Wettbewerbs haben die deutschen Sportler im "Stadium Australia" ordentliche Leistungen abgeliefert. Über Medaillen freuten sich allerdings andere.
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Sydney - Zwar konnten die deutschen Leichtathleten keine Glanzlichter setzen, dafür blieb es aber auch bei einer Blamage: Die Hammerwurf-Weltmeister Karsten Kobs und Heinz Weis scheiterten bereits in der Qualifikation. Die beste Platzierung gelang dem Magdeburger Speerwerfer Raymond Hecht mit Rang vier; zwei fünfte Plätzen erreichten die zweimalige Weltmeisterin Sabine Braun aus Wattenscheid im Siebenkampf und der Berliner Andreas Erm im 20 Kilometer Gehen. "Das Fazit des Wochenendes ist durchaus zufriedenstellend", sagte Rüdiger Nickel, der Vorsitzende des DLV-Bundesausschusses Leistungssport. "Wir haben nahezu alle über die erste Runde gebracht."

Beim Hochsprung siegte der Russe Sergej Kljugin. Bei böigem Wind und Regenschauern im "Stadium Australia" übersprang der 26-Jährige als einziger 2,35 Meter. Silber ging an den Kubaner Javier Sotomayor, der eigentlich wegen Kokain-Dopings für zwei Jahre gesperrt worden war. Erst am 2. August hatte ihn das Council des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) "in Anerkennung seiner jahrelangen Verdienste" begnadigt. "Ich habe nie meine Ehre verloren", verteidigte sich der Kubaner erneut. "Einige Leute haben mich angeklagt. Ich habe niemals solche Substanzen genommen." Die Bronze-Medaille gewann der Algerier Abderrahmane Hammad, der wie Sotomayor 2,32 Meter überquerte, aber mehr Versuche als der Kubaner benötigte. Der Mannheimer Wolfgang Kreißig wurde mit 2,29 Metern Achter. Christian Rhoden aus Leverkusen war in der Qualifikation mit einer Höhe von 2,24 Meter gescheitert.

Dreisprung-Gold sicherte sich die 23 Jahre alte Bulgarin Teresa Marinowa mit 15,20 Metern vor Tatjana Lebedjewa (Russland) und Olena Howorowa (Ukraine). Im Finale gab es keine deutschen Teilnehmer. Bei den Hammerwerfern triumphierte der Pole Szymon Ziolkowski, der sein Sportgerät 80,02 Meter weit schleuderte. Silber ging an den Italiener Nicola Vizzoni, Bronze an Igor Astapkowitsch aus Weißrussland. Für die Deutschen endete der Wettbewerb als größte Pleite seit 40 Jahren. Nach dem Scheitern von Weltmeister Karsten Kobs, Neuling Markus Esser und Oldie Heinz Weis in der Qualifikation waren die deutschen Hammerwerfer zum ersten Mal seit Rom 1960 nicht in einem Olympia-Finale der besten Zwölf vertreten. Dagegen imponierte der vierfache Weltmeister Lars Riedel (Chemnitz) mit der besten Weite bei der Diskus-Qualifikation. Wie der Olympiasieger von Atlanta erreichten auch Weltrekordler Jürgen Schult und Michael Möllenbeck das Finale.

Den Siebenkampf gewann die Britin Denise Lewis (6584 Punkte) vor Jelena Prochorowa (Russland) und Natalja Sasanowitsch (Weißrussland). Die Wattenscheiderin Sabine Braun landete bei ihren letzten Olympischen Spielen auf dem fünften Platz, Monika Ertl (Fürth/München) wurde Siebte. Naoko Takahashi holte mit ihrem Sieg im Marathon (2:23:14 Stunden) zum ersten Mal nach 64 Jahren wieder eine olympische Goldmedaille in der Leichtathletik für Japan. Silber und Bronze gingen an Lidia Simon (Rumänien) und Joyce Chepchumba (Kenia).

Von einem "historischen Moment für mich" sprach der Speerwerfer Jan Zelezny nach seinem Sieg. Damit hat der 34-jährige Tscheche, dessen Karriere nach einer schweren Schulterverletzung vor zwei Jahren schon beendet schien, nach 1992 und 1996 bereits dreimal olympisches Gold gewonnen. Erfolgreicher als er waren mit vier Siegen hintereinander in ihren Disziplinen nur die US-Amerikaner Al Oerter im Diskuswerfen und Carl Lewis im Weitsprung. Raymond Hecht aus Magdeburg wurde überraschend Vierter.

Der DLV ist außerdem durch Nicole Humbert und Yvonne Buschbaum im Finale der olympischen Stabhochsprung-Premiere sowie durch Irina Mikitenko im Endlauf über 5000 Meter. Weltmeister Charles Friedek tritt in der Dreisprung-Entscheidung an. In den Halbfinals sind weiter dabei: Nils Schumann über 800 Meter, Falk Balzer und Florian Schwarthoff im Hürdensprint sowie Heike Meißner, Ulrike Urbansky und Thomas Goller über 400 Meter Hürden.