Leichtathletik-WM Japan feiert Rekord-Titelkämpfe
Hamburg - Japans Kaiser Akihito hat heute die 11. Leichtathletik-WM offiziell eröffnet. Teilnehmen werden 2003 Athleten aus 203 Ländern, was für den Leichtathletik-Weltverband IAAF einen historischen Rekord bedeutet. Selbst bei Olympischen Spielen waren bisher nur maximal 201 Nationen (Athen 2004) vertreten. Insgesamt werden in Osaka an neun Wettkampftagen 47 Goldmedaillen vergeben. Die Titelkämpfe dauern bis zum 2. September an.
Zur Eröffnungsfeier kamen heute 35.000 Zuschauer in das Nagai-Stadion in Osaka, um den Einlauf der Nationen zu verfolgen. Das größte Aufgebot stellen die USA mit 134 teilnehmenden Athleten. Für Deutschland gehen 59 Sportler an den Start. Größte Goldhoffnungen des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), der sich mindestens sechs Medaillen zum Ziel setzte, sind Speerwerferin Christina Obergföll und Franka Dietzsch, die im Diskuswurf ihren dritten WM-Titel gewinnen will.
Das erste Gold der Titelkämpfe ging bereits vor der Eröffnung an Marathonläufer Luke Kibet aus Kenia. Der Afrikaner benötigte bei Temperaturen von 33 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit 2:15:59 Stunden für die 42,195 Kilometer. Dies ist die langsamste Siegerzeit in der Geschichte der Leichtathletik-WM. Im Ziel hatte der 24-jährige Kibet 1:19 Minuten Vorsprung auf Mubarak Hassan Shami (Katar). Überraschungsdritter wurde der Schweizer Viktor Röthlin (2:17:25 Stunden). 27 der 85 Starter kamen nicht an, darunter auch der spanische Weltranglisten-Erste Julio Rey.
Die Äthiopierin Tirunesh Dibaba hat als erste Frau einen Weltmeistertitel über 10.000 Meter erfolgreich verteidigt. Die 21-Jährige siegte in 31:55,41 Minuten. Silber ging an Elvan Abeylegesse aus der Türkei (31:59,40). Dritte wurde die US-Amerikanerin Kara Goucher (32:02,05). Vor zwei Jahren hatte Dibaba neben den 10.000 auch die 5000 Meter gewonnen. Das wird sie auch in Osaka wieder versuchen, wird es dabei gegen Landsfrau und Weltrekordlerin Meseret Defar jedoch schwer haben.
Im Kugelstoßen der Männer verpasste der Deutsche Ralf Bartels eine Medaille. Der Europameister und WM-Dritte von 2005 wurde mit 20,45 Metern Siebter. "Mir fehlt seit Wochen die Lockerheit der vergangenen Jahre", sagte Bartels. Weltmeister wurde der Amerikaner Reese Hoffa mit 22,04 Metern vor Titelverteidiger Adam Nelson (ebenfalls USA). Nelson stieß 21,61 Meter, der Weißrusse Andrej Michnewitsch wurde mit 21,27 Metern Dritter.
Carolina Klüft könnte als erste Siebenkämpferin dreimal in Folge Weltmeisterin werden. Die schwedische Olympiasiegerin führt nach vier Disziplinen mit 4162 Punkten vor Ludmilla Blonska (Ukraine/4014) und der Britin Kelly Sotherton (3989). Die 24-jährige Klüft ist seit dem Sommer 2002 im Mehrkampf ungeschlagen. Jennifer Oeser (3815 Punkte) liegt als beste Deutsche auf Platz fünf.
hut/sid/dpa