Loch 16 Der Psychotest
Von den insgesamt 197 Bunkern, die den Platz in Lytham zu einer großen Herausforderung machen, gelten die 14 Bunker der 16. Spielbahn als besonders harte Prüfung. Der Abschlag ist blind, trotzdem muss man versuchen, den Ball möglichst links zu halten, um beim zweiten Schlag einen günstigen Winkel zum Grün zu haben. Ausgerechnet auf dieser Seite aber liegen drei tiefe Sandhindernisse, mit denen man nicht ungedingt Bekanntschaft machen sollte.
Wer seinen Ball mit dem Abschlag auf die sichere rechte Seite befördert hat, darf zwar kurz durchatmen, hat dann aber den weitaus schwierigeren Schlag zum Grün. Also müssen sich die Spieler beim Abschlag beherrschen und auf die Bunker der linken Seite zielen - ein echter Test für die Psyche ist. Deshalb werden Spieler wie Tiger Woods und Phil Mickelson hier auf den Driver verzichten und ein Holz drei nehmen, das bevorzugt mit einem leichten Draw (Linksdrall) gespielt werden sollte.
Nur wer auf der linken Seite der Bahn liegt, darf auf einen freien Schlag zur Fahne hoffen. Allerdings gibt es da noch neun Bunker, die um das Grün angesiedelt sind - alles andere als ein herzlicher Willkommensgruß.
Eine andere Variante, das Loch erfolgreich zu spielen, zeigte Seve Ballesteros im Jahr 1979. Der "Matador aus Andalusien" verzog damals seinen Abschlag so weit nach rechts, dass er noch über die Zuschauer in Richtung Parkplätze flog. Zum Glück für den Spanier war das Rough in diesem Bereich von den Besuchern so zertrampelt, dass der Ball relativ gut lag. Zudem hatte Seve freie Sicht zum Grün, und sein nächster Schlag endete vier Meter neben der Fahne: Birdie. Anschließend wurde Ballesteros von seinen Fans als der "Parkplatz-Champion" gefeiert.