Lockout: NBA-Stars meiden deutsche Liga - DER SPIEGEL
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Lockout NBA-Stars meiden deutsche Liga

Im Tarifstreit kommen sich NBA und Spieler nicht näher. Nun denkt Kevin Durant an einen Wechsel nach Europa. Auch ein abstiegsbedrohter Bundesligist will mit dem Superstar verhandeln. Große Hoffnungen sollten sich die deutschen Basketball-Fans aber nicht machen.
NBA-Superstar Durant (l.): Wechsel nach Deutschland utopisch
NBA-Superstar Durant (l.): Wechsel nach Deutschland utopisch

NBA-Superstar Durant (l.): Wechsel nach Deutschland utopisch

Foto: Mike Nelson/ dpa
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Hamburg - Weltfußballer Lionel Messi verhandelt mit dem Hamburger SV - diese Meldung würde niemand ernst nehmen. Was soll der Superstar des FC Barcelona bei einem abstiegsbedrohten Bundesligisten? Ähnliches gilt für Kevin Durant und den Basketball-Club BBC Bayreuth. Doch Bayreuths Geschäftsführer Manfred Schöttner bestätigte der Tageszeitung "Nordbayerischen Kurier" die BBC-Anfrage an den NBA-Topscorer und wertvollsten Spieler (MVP) der WM 2010.

"Es handelt sich nicht um einen PR-Gag", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE. "Es besteht Kontakt." Und auch Durant sagte am Rande eines Benefizspiels in Dallas: "Ich bin auf dem Sprung, ins Ausland zu wechseln." Dem 23-Jährigen liegen neben Bayreuths Angebot auch Offerten vom Euroleague-Club Maccabi Tel Aviv sowie von Valencia Basket vor. Nach Informationen der spanischen Internetseite TuBasket.com habe Valencia 475.000 Euro pro Monat geboten, Durant habe aber 200.000 Euro mehr verlangt. Zum Vergleich: Ein deutscher Nationalspieler verdient in der BBL rund 200.000 bis 300.000 Euro pro Saison.

Die hohen Gehaltsforderungen will Bayreuth, deren Gesamtetat für alle Spieler auf rund 1,5 Millionen Euro geschätzt wird, durch Sponsoren erfüllen. Doch selbst wenn das gelänge, würde der NBA-Superstar wohl kaum bei dem BBL-Club unterschreiben. Sein Ausrüster Nike dränge darauf, dass Durant aus Marketinggründen nach Spanien wechselt, so TuBasket.com. Die dortige ACB gilt nach der NBA als zweitstärkste Liga der Welt. Die BBL hingegen liegt in der Hierarchie zudem hinter den Ligen aus Griechenland, Italien und Russland.

Nowitzki will sich Ende Dezember neu orientieren

Ein Wechsel von Durant ist nur möglich, da die NBA-Spieler von der Liga im Tarifstreit ausgesperrt sind. Im sogenannten Lockout wurden bereits alle November-Partien abgesagt, nach über 20 Verhandlungstagen haben es die Parteien nicht geschafft, eine Einigung zu erzielen. Am Montag wollen die Profis über das aktuelle Angebot der Clubs abstimmen. Nach übereinstimmenden Medienberichten wird es aber abgelehnt werden. In diesem Fall würden wohl auch alle Begegnungen im Dezember wegfallen. Ob es überhaupt eine NBA-Saison 2011/2012 geben wird, ist fraglich.

Sollte sich das abzeichnen, wird sich Ende Dezember auch Dirk Nowitzki einen neuen Club suchen. "Ich kann keine ganze Saison mit dem Basketball aussetzen", sagte der 33-Jährige bei Bild.de. Am NBA-Champion sind die Bundesligisten aus Bamberg, Berlin, München und Würzburg interessiert. Chris Kaman ist neben Nowitzki der einzige überdurchschnittliche NBA-Profi, der ernsthaft in Erwägung zieht, für einen deutschen Club aufzulaufen. Pommer hält es trotzdem für realistisch, dass BBL-Teams Stars aus Nordamerika verpflichten können. Ob sie es dann tun, sei eine andere Frage. "Es wundert mich nicht, dass Fühler ausgestreckt wurden", so der Bundesliga-Geschäftsführer.

Trotzdem werden die meisten Stars wohl selbst im Falle eines kompletten Ausfalls in der nordamerikanischen Profiliga nicht ins Ausland wechseln. Deron Williams, der für Besiktas Istanbul spielt, und Tony Parker, derzeit ist Villeurbanne aktiv, werden die Ausnahmen bleiben. Parker spielt auch deshalb in Frankreich, weil er Mitbesitzer des Clubs ist.