Louis Vuitton Cup Connor setzt auf ehemaliges U-Boot
"Das ist die Yacht, die wir immer als unser bestes Boot betrachtet haben", sagte Steuermann Ken Read am Montag über die "Stars & Stripes" mit der Segelnummer 77. Im Juli dieses Jahres war die mehrere Millionen teure Hightechyacht vor der kalifornischen Küste gesunken - und in nur zwei Stunden wieder gehoben worden.
Der Einsatz einer zuvor gesunkenen Yacht ist ein Novum in der Geschichte des America's Cup. Connor ersetzt mit dem neuen, alten Boot die "Stars & Stripes" mit der Nummer 66, die in der Vorrunde zum Einsatz gekommen war. Gegner der US-Amerikaner im am Dienstag vor Auckland beginnenden Viertelfinale ist die britische "Wight Lightning" vom Team GBR Challenge. Die Matches werden nach dem Modus "Best of seven" ausgetragen: Wer zuerst vier Siege hat, gewinnt.
"Bootsbauer und technische Crew haben während der gesamten Vorrunde harte Arbeit geleistet, um die Yacht wieder in Stand zu setzen. Nun segelt 'USA 77' zurück aus den Tiefen ans Licht", fügte Read hinzu, "eigentlich wollten wir das Boot schon in der Vorrunde einsetzen. Aber wir waren uns nicht ganz sicher, ob alles gut gehen würde."
Neuer Steuermann für "Le Defi"
Das Team OneWorld ist die zweite Mannschaft, die in der Runde der letzten acht ein neues Schiff verwendet. "Am zweiten Boot haben wir während der Vorrunde Veränderungen vorgenommen, so dass es jetzt etwas besser als unser in der Vorrunde genutzte Yacht ist", sagte Steuermann Peter Gilmour.
Das französische Team Le Defi d'Areva baut in den Ausscheidungsrennen auf einen neuen Skipper. Der bisherige Steuermann Luc Pillot musste Teamkollege Philippe Presti weichen. "Wir gehen nach der Umbesetzung unseres Teams mit neuer Motivation in das Match", sagte Crew-Mitglied Tim Kröger. Der Hamburger soll alle Rennen im Viertelfinale bestreiten. Die nach der Vorrunde am schlechtesten in der Gesamtwertung platzierten Franzosen treffen auf das schwedische Team Victory Challenge.
Gelassenheit bei "Alinghi"
Der favorisierte Schweizer "Alinghi" mit Sportdirektor Jochen Schümann blickt dem Duell gegen die italienische "Prada" entspannt entgegen. "Die Italiener haben ihre Boote am stärksten verändert. Wir haben sie zum Gegner gewählt, um uns das näher anzusehen", sagte der neuseeländische Skipper Russell Coutts. Schümann sieht das Viertelfinale nur als Durchgangsstation. "Wir möchten schnell ins Halbfinale und uns die verlängerte Vorbereitungszeit für internes Training sichern", so der Deutsche.
Die Sieger der Begegnungen "Alinghi" (Vorrundenplatz 1) gegen "Prada" (4) und "USA 76" (2) gegen "OneWorld" (3) erreichen das Halbfinale. Die beiden unterlegenen Boote haben noch eine Chance in der Hoffnungsrunde. Dort treffen sie auf die Sieger der Viertelfinalduelle "Örm" (5) gegen "Le Defi" (8) und "Wight Lightning" (6) gegen "Stars & Stripes" (7). Am 19. November enden die Viertelfinals. Im Februar tritt der Finalsieger gegen America's-Cup-Titelverteidiger Neuseeland an.