Louis Vuitton Cup: Erstes Finale vom Winde verweht - DER SPIEGEL
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Louis Vuitton Cup Erstes Finale vom Winde verweht

Mit einem Novum wird das Herausforderer-Finale im America's Cup zwischen der Schweizer "Alinghi" und der "USA-76" eingeläutet. Erstmals in der 151-jährigen Cup-Geschichte sind Schiedsrichter mit an Bord, um gegen Regelverstöße vorzugehen. Die erste Wettfahrt musste wegen zu starker Winde jedoch auf Sonntag verschoben werden.
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Auckland - "Die Verschiebung erhöht die Spannung gleich ein bisschen mehr", sagte Jochen Schümann, Sportdirektor auf der "Alinghi". Voller Selbstbewusstsein geht der Penzberger mit seinem Schweizer Team in das Herausforderer-Finale zum America's Cup. "Wir sind die Favoriten und die Statistik spricht für uns. Oracle BMW Racing ist aber ein sehr potenter Gegner und durchaus für Überraschungen gut", sagte der Olympiasieger. In der Runde der letzten Vier hatten sich die Eidgenossen klar mit 4:0 gegen die Amerikaner durchgesetzt. Erst über den Hoffnungslauf kam das Team des Software-Milliardärs Larry Ellison in den Endlauf.

Fragwürdige Bestrafungen vermeiden


Die europäisch-amerikanische Auseinandersetzung im Hauraki Golf vor der Küste Neeseelands beginnt mit einem Novum in der 151-jährigen Cup-Geschichte: Erstmals werden Schiedsrichter auch an Bord von "Alinghi" und "USA-76", wie das Schiff des Oracle-BMW-Racing-Syndikats genannt wird, eingesetzt. Die Referees sollen das Geschehen direkt kommentieren und die Mannschaften während des Rennens über mögliche Risiken einzelner Manöver informieren. Der Steuermann der "Alinghi", der zweimalige America's-Cup-Gewinner Russell Coutts aus Neuseeland, begrüßt diese Entscheidung: "Das wird sich positiv auf unseren Sport auswirken und fragwürdige Bestrafungen vermeiden, die das Spiel mitunter dramatisch beeinflussen."

Die beiden besten Teams der Herausfordererrunde kämpfen in einer Serie "Best-of-Nine"-Serie (Gewinner ist, wer zuerst fünf Siege verbuchen kann) um das offizielle Recht, ab 15. Februar Verteidiger Team New Zealand im 31. Match um den America's Cup herausfordern zu dürfen. Als Cup-Neueinsteiger im Boot von Larry Ellison zählt auch der Münchner Automobilkonzern BMW zu den Gewinnern.

BMW mehr als zufrieden


"Wir sind als Debütant gestartet. Jetzt stehen wir im Finale dieses hochkarätigen Wettbewerbs. Das gesamte Team hat eine phänomenale Leistung erbracht und es sich verdient, auch in den entscheidenden Rennen mit von der Partie zu sein", freute sich Marketing-Leiter Karl-Heinz Kalbfell. Schümann kommt der BMW-Höhenflug gerade recht: "Es handelt sich zwar nicht um ein deutsch-deutsches Duell, aber in Deutschland wird das sicher für noch mehr Interesse am America's Cup sorgen."

Mit einer Bilanz von 21:3 Siegen ist "Alinghi" die überragende Yacht im Louis Vuitton Cup, in den am 1. Oktober vergangenen Jahres neun Teams aus sechs Ländern gestartet waren. Deshalb ist es auch wenig verwunderlich, dass die Schweizer vor dem Herausforderer-Finale als klarer Wettfavorit gehandelt werden. Die Buchmacher des britischen Wettbüros William Hill zahlen bei einem Sieg der Eidgenossen für einen Euro Einsatz lediglich 1,14 Euro zurück. Wer auf den Außenseiter aus den USA setzt, kann im Fall der Fälle immerhin 4,75 Euro einstreichen.