Männer: Aamodt schreibt Skigeschichte - DER SPIEGEL
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Männer Aamodt schreibt Skigeschichte

Der Norweger Kjetil Andre Aamodt hat als vierter Fahrer im alpinen Ski-Weltcup Rennen in allen vier Einzel-Disziplinen gewonnen. Am Sonntag schloss der 28-Jährige aus Oslo mit dem Sieg im Weltcup-Slalom von Wengen/Schweiz die letzte Lücke.
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Wengen - Wieder einmal schrieb ein Norweger Ski-Geschichte, während Hermann Maier auf sein nächstes Erfolgskapitel noch weiter warten muss. Kjetil Andre Aamodt schaffte am Sonntag beim Klassiker-Wochenende von Wengen seinen ersten Weltcup-Sieg im Slalom und schloss die letzte Lücke in seiner Bilanz. Als vierter Fahrer in der 32-jährigen Weltcup-Geschichte nach Pirmin Zurbriggen (Schweiz), Marc Giradelli (Luxemburg) und Günther Mader (Österreich) kann der Osloer nun Siege in allen vier Disziplinen vorweisen. "Es war mein Traum, in diese Gruppe vorzustoßen", meinte ein glücklicher Aamodt (1:44,87), der seinen Landsmann Ole-Christian Furuseth (1:45,39) und den Slowenen Drago Grubelnik (1:45,48) auf die Plätze zwei und drei verwies.

Einen Tag zuvor hatte sich Maier generös gezeigt, obwohl er nach Abfahrts-Platz zwei beim Lauberhorn-Klassiker nicht weiter zu seinem Landsmann Franz Klammer aufschließen konnte. Klammer hat als bester alpiner Österreicher 26 Siege auf dem Konto, Maier kommt weiterhin auf 24. Der Doppel-Olympiasieger (2:29,33) "überließ" am Samstag seinem Landsmann Josef "Peppi" Strobl (2:29,17) den Sieg um die Winzigkeit von 16/100 Sekunden. Dritter wurde etwas überraschend der Kanadier Ed Podivinsky (2:30,56). Der "Herminator" steuert nun zielstrebig auf den zweiten Erfolg im Gesamt-Weltcup nach 1998 hin.

Am Sonntag war Maier beim Aamodt-Kunststück schon nicht mehr anwesend, sondern bereits auf der Heimfahrt, um sich auf das Ski-Event des Jahres, das Kitzbühel-Wochenende auf der berühmt-berüchtigten Streif, einzustimmen. In seiner Abwesenheit gab es dann ein ganz seltenes Erlebnis, denn ein deutscher Läufer tauchte in der Starterliste auf. Markus Eberle (Kleinwalsertal), derzeit einziger männlicher Vertreter des Deutschen Ski-Verbandes (DSV), hatte aber beim fünften Weltcup-Slalom mit der Vergabe des Siegerschecks nichts zu tun.

Eberle hat sich zwar mittlerweile wieder in Startgruppe eins vorgearbeitet, blieb aber auf dem schweren Hang von Wengen hinter seinen Möglichkeiten zurück. Mit einem Patzer im Steilhang, bei dem der gebürtige Österreicher wieder einmal zu viel auf den Skienden "absaß", musste er mit dem 15. Rang zufrieden sein. "Ich musste alles riskieren und bin leider in meinen alten Fehler zurückgefallen", räumte Eberle ein.

Sein Solo-Dasein bestimmt derweil bei Alpin-Chef Walter Vogel das Denken und Planen für die Zukunft. Vor Wengen war auch noch Max Rauffer (Leitzachtal) als letzter verbliebener Abfahrer in den Europacup zurückgestuft worden. "Dort soll er sich neu anbieten", meinte Vogel. Das gleiche Schicksal hatte schon Alois Vogl (Lohberg) im Slalom erlitten, den Sprung zurück hat er noch nicht wieder geschafft.

Nun will Vogel die Weichen für eine bessere Zukunft stellen. Am kommenden Wochenende soll es mit dem jetztigen Chefcoach von Norwegen, Martin Oßwald, ein zweites, intensiveres Gespräch über die derzeit vakante Position des Männer-Verantwortlichen geben. Trotz eines noch bis 2002 laufenden Vertrages ist der 49-Jährige durchaus bereit, seine Arbeit im hohen Norden vorzeitig zu beenden und zu seinem alten Arbeitgeber zurückzukehren.

"Für das, was mich in Deutschland erwartet, ist reizvoll der falsche Ausdruck. Tatsächlich ist es eine riesige Herausforderung", sagte Oßwald im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung". Bis 1996 war Oßwald schon einmal für die DSV-Herren verantwortlich. Mit ihm verschwand auch der Erfolg. Nun soll Oßwald nach vier "Fortbildungsjahren" im hohen Norden wieder für Erfolge sorgen. Allerdings will er nur kommen, wenn der Verband ihm eine langfristige Perspektive bietet.