US Open: Marin Cilic serviert Kei Nishikori ab
Überraschungsfinale Ex-Dopingsünder Cilic gewinnt US Open
New York - Es war ein überraschendes Außenseiterfinale der US Open - und der Sieg war eindeutig: Nur 1:54 Stunden brauchte der Kroate Marin Cilic, um seinen japanischen Kontrahenten Kei Nishikori mit 6:3, 6:3 und 6:3 abzufertigen.
"Ich habe das beste Tennis meines Lebens gespielt", sagte Cilic bei der Siegerehrung. Er ist damit der erste kroatische Grand-Slam-Champion seit dem Sieg seines heutigen Trainers Goran Ivanisevic im Jahr 2001 in Wimbledon. Für den Erfolg in New York kassiert er ein Preisgeld von drei Millionen Dollar und verbessert sich in der Weltrangliste von Platz 16 auf Position neun.
Der Japaner Kei Nishikori hatte keine Chance gegen den 1,98 Meter großen Cilic. "Für alle Spieler, die hart an sich arbeiten, ist das ein gutes Zeichen, dass es sich irgendwann auszahlt. Mein Erfolg ist das Ergebnis harter Arbeit, vor allem im letzten Jahr", sagte Cilic, der noch 2013 eine viermonatige Dopingsperre hatte absitzen müssen. Beim Turnier in München war er im Frühjahr 2013 positiv auf das Stimulans Nikethamid getestet worden. Den positiven Befund hatte er mit der Einnahme von Glukosetabletten erklärt.
Nishikori hatte mit spektakulären Fünf-Satz-Erfolgen gegen Milos Raonic und Stanislas Wawrinka und seinem Halbfinal-Erfolg gegen den Weltranglisten-Ersten Djokovic für Furore gesorgt. Er gratulierte seinem Gegner: "Er war wirklich stark, ich konnte nie mein Tennis spielen. Das ist eine harte Niederlage, aber es waren zwei unglaubliche Wochen für mich."
Wie schon bei seinem Dreisatz-Erfolg im Halbfinale gegen Federer schlug Cilic knallhart auf und servierte gegen seinen 20 Zentimeter kleineren Gegner insgesamt 17 Asse.
Nishikori wirkte gegen Cilic verunsichert und gehemmt. Im ersten Satz gelang dem Kroaten ein Break zum 4:2, nach 33 Minuten war der Durchgang entschieden.
Im zweiten Satz nahm Cilic seinem Gegner das Aufschlagspiel zum 2:1 und zum 5:2 ab, und auch von seinem ersten Service-Verlust zum 5:3 ließ er sich nicht verunsichern. In 37 Minuten hatte er nach Sätzen auf 2:0 erhöht und ließ sich von den in rot-weiße Trikots gekleideten kroatischen Fans auf der Tribüne feiern. Seinen ersten Matchball vergab er noch mit einem Doppelfehler, doch dann landete eine Rückhand unerreichbar für Nishikori im Feld.
Erstmals seit den French Open 2002 hatten es gleich zwei Spieler außerhalb der Top Ten in ein Grand-Slam-Finale geschafft. Es war das erste seit fast zehn Jahren ohne die Beteiligung der Seriensieger Djokovic, Federer und Rafael Nadal. Der Titelverteidiger aus Spanien hatte seinen Start bei den US Open wegen einer Verletzung abgesagt.