Masters Cup Auch Kuerten im Halbfinale
Lissabon - Als Letzter zog am späten Freitagabend der Brasilianer Gustavo Kuerten in die Runde der letzten vier ein. Der zweimalige French-Open-Gewinner gewann gegen den russischen Olympiasieger Jewgeni Kafelnikow mit 6:3, 6:4 und muss nun am Sonnabend im zweiten Halbfinale gegen Sampras antreten.
Die erste Vorschlussrundenpartie der mit 3,7 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung bestreiten ab 16.30 Uhr der bislang ungeschlagegen und auch gegen den Schweden Magnus Norman siegreiche Andre Agassi und Marat Safin.
Mit seinem 6:3, 6:2-Erfolg über den Weltranglisten-Ersten Safin erreichte Sampras bei seiner elften Masters-Teilnahme zum zehnten Mal das Halbfinale. Der 29 Jahre alte US-Amerikaner schlug seinen bereits als Halbfinalist feststehenden US-Open-Bezwinger in 63 Minuten und sicherte sich damit den Sieg in der Roten Gruppe.
"Marat ist ein toller Spieler und wird mit Sicherheit ein riesiger Champion werden, aber heute wollte ich es ihm noch einmal zeigen", sagte Sampras anschließend sichtlich zufrieden, "ich war schon bestens motiviert, denn er ist schließlich die Nummer eins. Außerdem ging es für mich ja darum, abzureisen oder hier zu bleiben, und da habe ich mich für das Hierbleiben entschieden."
Safin, der vor lauter Frust während des Spiels zwei Schläger auf dem Hallenboden zerschmetterte, war anschließend arg enttäuscht: "Ich habe nicht die einfachsten Dinge zustande gebracht, ich habe eigentlich überhaupt nicht gespielt. Alles war ein ziemliches Desaster. Wenn ich so gegen Agassi spiele, habe ich nicht die geringste Chance."
Der fünfmalige ATP-Tour-Weltmeister Sampras zeigte seinem neun Jahre jüngeren Gegner gleich vom ersten Ballwechsel an, wer der Herr im Hause ist. Bereits nach sieben Minuten stand es 3:0 für den US-Amerikaner, der bislang gleich 13 Grand-Slam-Einzeltitel auf seinem Konto verbuchen konnte. Nach nur 28 Minuten beendete "Peter Perfect" den ersten Durchgang mit einem Ass.
Das Duell der beiden US Open-Finalisten blieb auch im zweiten Durchgang jederzeit spannend und hochklassig, wenngleich Safin zuweilen aufgrund seiner schon feststehenden Halbfinalteilnahme der letzte Biss zu fehlen schien. Den zeigte sein Gegner dafür umso mehr, denn eine Niederlage hätte für Sampras das erste Ausscheiden vor dem Semifinale beim Masters seit seiner ersten Teilnahme 1990 in Frankfurt bedeutet.
Die Vorentscheidung fiel im fünften Spiel des zweiten Durchgangs, als der unter dem immensen Druck seines Gegners zusehends unsicherer werdende Safin seinen Aufschlag abgeben musste. Den Rest besorgte Sampras, der kurz darauf ein erneutes Break zum 5:2 schaffte. Mit einem weiteren Ass verwandelte der Routinier nach 63 Minuten seinen zweiten Matchball.