Masters in Hamburg: Nadal entthront Titelverteidiger Federer - DER SPIEGEL
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Masters in Hamburg Nadal entthront Titelverteidiger Federer

Auf Sand nicht zu schlagen: Im Finale des ATP-Turniers von Hamburg lag Rafael Nadal in zwei Sätzen deutlich zurück - und triumphierte am Ende doch gegen Roger Federer. Beim World Team Cup benötigte Philipp Kohlschreiber nur 46 Minuten zum Sieg gegen die Nummer fünf der Welt.
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Hamburg - Der Weltranglistenzweite Nadal siegte im Finale 7:5, 6:7 (3:7), 6:3 gegen Federer und gewann damit zum ersten Mal das Turnier am Hamburger Rothenbaum. Zugleich revanchierte sich der Spanier für seine Endspielniederlage des vergangenen Jahres, als er Federer in drei Sätzen unterlag. Für den 26. Turniersieg seiner Profi-Laufbahn kassierte Nadal 360.000 Euro Preisgeld.

"Rafael hat hier wahnsinnig gut gespielt, die ganze Woche lang. Das ist hart für uns andere Spieler. Hoffentlich werden die Karten in Paris neu gemischt", sagte Federer mit Blick auf die French Open. Tatsächlich bestätigte Nadal eine Woche vor Beginn des Grand-Slam-Turniers in Paris seine Ausnahmestellung auf Sand - und verhinderte zudem Federers fünften Hamburg-Titel nach 2002, 2004, 2005 und 2007. "Es tut mir sehr leid für Roger, er hat sehr, sehr gut gespielt. Dieser Sieg ist für mich etwas ganz Besonderes", sagte Nadal.

Dabei musste der 21-Jährige aber hart kämpfen: Er war anscheinend weit von seiner körperlichen Bestform entfernt und musste sich im ersten Satz bei 2:5-Rückstand etwa zehn Minuten am rechten Oberschenkel behandeln lassen. Die Zuschauer ahnten bereits das Schlimmste, als sein Trainer und Onkel Toni mit eindeutigen Handzeichen signalisierte: Es geht nicht mehr. Aufgeben wollte Nadal allerdings nicht - ganz im Gegenteil.

Nach der Verletzungspause drehte er auf und entschied nach knapp einer Stunde den ersten Satz für sich. Im zweiten Durchgang ging Federer wieder mit 5:2 in Führung, musste dennoch in den Tiebreak - und brachte diesmal den Vorsprung ins Ziel. Im dritten Satz hatte dann Nadal wieder die Oberhand und feierte nach 2:52 Stunden im 16. Duell mit Federer den zehnten Sieg. Für den Weltranglistenersten war es nach 21 Siegen in Folge die erste Niederlage in Hamburg.

Auch die 11.000 Zuschauer auf dem Center-Court genossen das spannende Duell der beiden Topspieler. Es könnte das letzte Mal gewesen sein, dass am Rothenbaum die Tennis-Weltklasse aufschlägt. Die Zukunft der Veranstaltung ist weiterhin unsicher, die Profivereinigung ATP hält an ihrem Plan fest, Hamburg sportlich abzuwerten und stattdessen ein Topturnier in Madrid auszutragen. Die Bemühungen von DTB-Präsident Georg von Waldenfels auf einen Vergleich blieben in der vergangenen Woche erfolglos: "Wir sind meilenweit auseinander", sagte der Jurist. Allerdings klagt der DTB noch vor einem US-Gericht gegen die ATP-Entscheidung, ein Urteil noch aus.

Einen Erfolg gab es für die deutschen Profis beim World Team Cup in Düsseldorf. Im ersten Vorrunden-Einzel der Blauen Gruppe gegen Spanien deklassierte Philipp Kohlschreiber den Weltranglistenfünften David Ferrer in nur 46 Minuten 6:1, 6:0. "Ich glaube, jeder hat gesehen, dass Ferrer körperlich und mental platt war. Deshalb möchte ich auch nicht so viel über mein Spiel reden, ich konnte heute eigentlich nichts falsch machen", so Kohlschreiber. Das zweite Einzel bestreiten am Montag Nicolas Kiefer und Feliciano López, anschließend findet das Doppel statt.

Jelena Jankovic hat ihren Titel beim WTA-Turnier in Rom verteidigt. Die Weltranglistenvierte aus Serbien bezwang im Endspiel die 18-jährige Qualifikantin Alize Cornet 6:2, 6:2.

hut/sid/dpa