Mike Tyson Erst shoppen, dann joggen
London - Der Aufenthalt von Mike Tyson in Großbritannien wird weiter von Kontroversen begleitet. Bei seiner Vorbereitung auf dem Kampf am 29. Januar in Manchester gegen den Briten Julius Francis joggte Mike Tyson scheinbar vom Jet-Lag geplagt um 3.00 Uhr morgens verbotener Weise im berühmten Hyde Park. An seiner Seite durchquerten auch drei Bodyguards auf Mountainbikes das Gelände. Dies berichtete das englische Boulevardblatt "Sun". Der Hyde Park, unweit von Mike Tysons Grosvenor House Hotel, ist jedoch von Mitternacht bis morgens 5 Uhr für die Öffentlichkeit geschlossen. Damit verstieß Tyson gegen das 1997 erlassene Gesetz über die königlichen Parks und Gärten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 600 Mark belegt werden. Ein Parkwächter, der auf den Jogger im leuchtgrünen Parka aufmerksam wurde und ihn als den Ex-Boxchamp erkannte, entschied wohl aus Gründen der eigenen Sicherheit, "keinen Aufstand zu machen" und ihn ziehen zu lassen. Dieser Gesetzesverstoß nährt die Stimmen der Kritiker, die bereits vor Tysons Ankunft in London am Sonntag gegen seine Einreise nach Großbritannien waren. Tyson selbst hingegen gibt sich gelassen. Nach seinem nächtlichen Ausflug verabschiedete er sich von den wartenden Fans mit Autogrammen und den Worten: "Ich liebe es, in England zu sein. Aber jetzt bin ich wirklich müde und muss ins Bett." Am Dienstag verjubelte er einen Teil seiner Gage beim Shoppen. Für zwei Sportwagen, ein paar Uhren und Anzüge gab er laut Presseberichten rund drei Millionen Mark aus.
Mike Tyson scheut vor dem Kampf keine Kosten und Mühen, sich gründlichst auf den Fight einzustimmen. So ließ er seine Court Suite für umgerechnet rund 50.000 Mark umbauen, installierte neben diversen Gerätschaften auch einen Boxring. Für das notwendige Licht sorgen sechs schicke Kristall-Leuchter.
Andere Wege geht unterdessen sein Gegner. Julius Francis versucht sich mit Hypnose auf den Kampf einzustellen. Manager Frank Malone erklärte: "Nach all dem Training, das Julius hinter sich hat, ist es nur ein Extra - was aber den entscheidenden Unterschied ausmachen könnte." Im Moment wird der Brite bei den Buchmachern sogar als Favorit angesehen. 7:1 lautet die Quote für "ihren" Mann, dagegen stehen die Wetten für Tyson bei 16:1.