Mike Tyson: Rostiges Comeback gegen dicken Dänen - DER SPIEGEL
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Mike Tyson Rostiges Comeback gegen dicken Dänen

Ex-Schwergewichts-Weltmeister Mike Tyson hat sich nach einem Jahr Ringpause in Kopenhagen mit einem wenig glorreichen Sieg gegen Brian Nielsen zurückgemeldet und strebt jetzt einen WM-Titel an.
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Kopenhagen - Sechs Runden drosch Mike Tyson mit fantasielosen Aufwärtshaken auf seinen übergewichtigen und technisch limitierten Gegner ein, ohne zu glänzen. Dann gab Brian Nielsen völlig ausgepumpt auf. "Ich konnte mit dem linken Auge nichts mehr sehen", erklärte "Super-Brian" das frustrierende Ende im Parken-Stadion.

Rund sechs Millionen Dollar kassierte Tyson für seinen 49. Sieg im 54. Kampf. Dafür ließ er sich vor dem Fight von den Zuschauern minutenlang ausbuhen. Dem 118-Kilo-Klops Nielsen ging es nur ums "Überleben". Der zuvor in 63 Kämpfen nur einmal bezwungene Publikumsliebling verweigerte eigene Angriffsaktionen und stand fast nur in Doppeldeckung herum.

In der dritten Runde hatte Tyson den 36-Jährigen erstmals in dessen Karriere zu Boden geschickt, doch wer danach den Knockout erwartete, wurde enttäuscht. "Ich war noch etwas rostig", sagte der Ex-Weltmeister, "Ich habe schließlich ein Jahr nicht mehr gekämpft. Der Kampf war schwerer als ich es mir vorgestellt habe."

Witali Klitschko zeigte sich wenig beeindruckt


Mit 108 Kilo war Tyson so schwer wie nie in seiner Laufbahn, von der alten Explosivität war da nicht mehr viel zu sehen. "Mit solchen Scheiß-Kämpfen baut Tyson seine Gegner immer weiter auf", sprach Box-Experte Axel Schulz drastisch Klartext. Und Witali Klitschko, als möglicher "Aufbaugegner" für den New Yorker im Gespräch, ergänzte: "Seine Schläge sind noch immer gefährlich. Aber nach der dritten Runde hat er nichts mehr gezeigt."

Das sehen die verantwortlichen Geschäftemacher hinter dem früheren Schwergewichts-Champ natürlich anders. "Ohne Frage, Mike ist zurück", verkündete sein Manager Shelly Finkel. Tyson möchte am liebsten schon im Dezember wieder boxen. "Zwei Kämpfe brauche ich noch bis zur WM", meinte der kahl geschorene Kämpfer.

Bei der WBC ist er bereits wieder auf Position eins notiert und damit Pflichtherausforderer des Siegers im Rematch zwischen Titelträger Hasim Rahman und Lewis am 15. November.