Mixed Zone: Barrichello sauer, NBA sparsam - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mixed Zone Barrichello sauer, NBA sparsam

"Ich will eigentlich mit niemandem in meinem Team reden": Formel-1-Pilot Rubens Barrichello hat seinen Rennstall Brawn GP heftig kritisiert. Amerikas Basketballstars müssen sich auf sinkende Gehälter einstellen. Die Basketball-Bundesliga prüft den Ausschluss der Köln 99ers.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - "Ich bin unheimlich verärgert. Wenn es so weitergeht, verlieren wir die Weltmeisterschaft noch", sagte Rubens Barrichello. Zuvor hatte er sich beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring wegen einer Tankpanne mit Rang sechs begnügen müssen. In der WM-Gesamtwertung ist der Brasilianer auf Rang vier zurückgefallen. "Ich wünschte, ich könnte in ein Flugzeug steigen und nach Hause fliegen. Ich will eigentlich mit niemandem in meinem Team reden, weil es doch nur Blabla wäre", sagte der 37-Jährige.

Formel-1-Pilot Barrichello (r.): "Ich kann ja am Jahresende kündigen"

Formel-1-Pilot Barrichello (r.): "Ich kann ja am Jahresende kündigen"

Foto: DPA

Barrichello ist zwar mit 277 Grand-Prix-Teilnahmen Rekordhalter der Formel 1, stand jedoch in seiner Karriere zumeist im Schatten seiner Teamkollegen. In dieser Saison raste der Brite Jenson Button im Brawn GP schon zu sechs Erfolgen, Barrichello hat noch kein Rennen gewonnen. "Ich kann ja am Jahresende kündigen", sagte er. Teamchef Ross Brawn zeigte Verständnis: "So spricht ein frustrierter Rennfahrer." Zugleich übte er aber Kritik an seinem Piloten. "Auf seiner besten Runde hat er nur die elftschnellste Zeit gefahren. Damit kann man kein Rennen gewinnen, egal wie die Strategie ist", sagte Brawn.

Die 30 Clubs der amerikanischen Basketball-Profiliga NBA können ihre Kader in der kommenden Saison mit nur noch 57,7 Millionen Dollar pro Jahr entlohnen. Damit wurde die zweite Reduzierung in der 26-jährigen Geschichte der Jahresgehaltsobergrenze (Salary Cap) beschlossen. Für die Spielzeit 2010/11 sollen die Gehälter nochmals um weitere fünf Prozent sinken. "Es ist quasi ein Warnung an die Clubs, verantwortlich zu handeln", sagte Sportfinanz-Experte Larry Coon.

Die reichsten Clubs - wie zum Beispiel die Dallas Mavericks und ihr milliardenschwerer Besitzer Mark Cuban - können sich dank einer Ausnahmegenehmigung allerdings weiter freikaufen. Wer beispielsweise im vergangenen Jahr die von der Liga festgesetzte Überziehungsgrenze von 71,15 Millionen Dollar überschritt, wurde mit einer sogenannten Luxussteuer (ein Dollar für jeden Dollar Überziehung) belegt. Als Folge mussten sieben Clubs insgesamt 87,35 Millionen Dollar an die NBA überweisen, die diesen Betrag zu gleichen Teilen an die restlichen 23 Vereine ausschüttete.

Die Basketball-Bundesliga (BBL) drängt auf schnelle Gespräche mit dem Insolvenzverwalter der Köln 99ers und prüft einen Ausschluss der Rheinländer. "Der Insolvenzantrag ist ein deutliches Zeichen, dass die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nicht gegeben ist. Das wäre ein Grund für uns, den Teilnahmerechtsvertrag zu kündigen, unabhängig davon, was der Insolvenzverwalter sagt", sagte BBL-Geschäftsführer Jan Pommer am Montag. Er kritisierte erneut den späten Entschluss der Kölner zum Insolvenzantrag kurz nach Erhalt der Lizenz.

Vor dem möglichen Rückzug der Kölner waren bereits die Giants Nördlingen freiwillig aus der Bundesliga ausgeschieden. Trotzdem will die BBL weiterhin an einer Spielklasse mit 18 Mannschaften festhalten. Nach den Gießen 46ers würde durch ein Kölner Aus in den Eisbären Bremerhaven auch der zweite Absteiger eine Wildcard für die Bundesliga erhalten.

Martin Kaymer hat als jüngster Golf-Profi aus Deutschland zwei Turniere der European Tour hintereinander gewonnen. Der 24-Jährige war bei seinem Erfolg bei den Scottish Open am vergangenen Sonntag eine Woche nach dem Triumph bei den Open de France in Paris gut zweieinhalb Jahre jünger als Bernhard Langer bei seinem ersten Doppelpack in den Niederlanden und in Irland 1984.

Kaymer kletterte in der Weltrangliste um sieben Plätz auf Rang elf. Höher war zuletzt ein deutscher Profi vor 13 Jahren notiert. Damals belegte Langer Platz neun. Mit 4,87 Punkten beträgt Kaymers Rückstand auf den Zehntplatzierten Vidjay Singh 0,01 Zähler. In Führung liegt weiterhin Tiger Woods mit 11,06 Punkten.

wit/sid/dpa