Mixed Zone Bayer-Coach Schulz gesteht Doping zu DDR-Zeiten
Hamburg - "Ich war in das Dopingsystem eingebunden. 1990 habe ich das Thema für mich aber ad acta gelegt", sagte Trainer Joachim Schulz und bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Er sei als Trainer bei Turbine Erfurt vor der Wende "logischerweise" mit Doping in Berührung gekommen. "Ich habe es auch verabreicht", berichtete der 54-Jährige und beschrieb einen Selbstversuch, in dem er als Trainer drei Wochen lang pro Tag eine Tablette mit fünf Milligramm Testosteron nahm: "Als Mann passiert einem ja nichts, solange man nicht übertreibt."
Die Folgen für die Leistungsfähigkeit seien indes enorm gewesen. Er, der Trainer, habe seine Leistung beim Kniebeugen um zehn Kilo und seine Sprintzeit über 30 Meter fliegend von 3,25 Sekunden auf 3,08 steigern können. Vor drei Jahren habe ihn sein Coach über die Vorgänge in der DDR aufgeklärt, sagte der Hallen-Europameister im Weitsprung, Sebastian Bayer, der "FAZ": "Ich weiß, dass Doping von Staats wegen angeordnet wurde. Was früher passiert ist, ob in der BRD oder in der DDR, ist passiert. Das Thema ist abgeschlossen. Heute ist eine andere Zeit."
Zwischen dem dreimaligen Formel-1-Weltmeister Jack Brabham und dem deutschen Unternehmer Franz Hilmer ist ein Streit um die Nutzung des Namens Brabham in der Königsklasse entbrannt. Nachdem Hilmer sich unter diesem Namen beim Automobil-Weltverband Fia für die Formel-1-Saison 2010 eingeschrieben hatte, droht die Familie des 83 Jahre alten Australiers mit rechtlichen Schritten. "Die Familie will klarstellen, dass sie in keinster Weise in Brabham Grand Prix Limited eingebunden ist und an keinen Gesprächen über die Pläne dieser Firma, diesen historischen Namen in der Formel 1 wiederaufleben zu lassen, beteiligt war. Die Familie wird rechtliche Schritte einleiten und alle notwendigen Maßnahmen treffen, ihren Namen und ihre Reputation zu schützen", erklärte der Brabham-Clan.
Hilmer hatte im vorigen Jahr die Insolvenzmasse des Super-Aguri-Teams aufgekauft und will damit 2010 unter der von der Fia geplanten Budget-Obergrenze von rund 45 Millionen Euro in der Formel 1 an den Start gehen. "Wir haben uns eingeschrieben, die Ressourcen, die Autos zu bauen, haben wir auch", sagte der 44-Jährige, der auch Gesellschafter der Straubing Tigers in der Deutschen Eishockey Liga ist. Für diese Pläne hatte er sich die Rechte am Namen Brabham gesichert. Jack Brabham, der älteste noch lebende Formel-1-Champion, war 1959, 1960 und 1966 Weltmeister und hatte bereits 1962 seinen eigenen Rennstall gegründet, der bis einschließlich 1992 insgesamt 35 Rennen gewann. Neben Brabham selbst wurden auch 1967 Denis Hulme sowie 1981 und 1983 Nelson Piquet mit diesem Team Weltmeister. Von 1972 bis Ende 1987 gehörte der Rennstall dem heutigen Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone.
Die sechs Handball-Clubs mit Lizenzen unter Vorbehalt haben am Donnerstag pünktlich die nachgeforderten Unterlagen beim Ligaverband HBL vorgelegt. "Alle haben fristgerecht eingereicht", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. Bis spätestens Mitte nächster Woche soll entschieden werden, ob die Erstliga-Vereine VfL Gummersbach, HSV Hamburg und SC Magdeburg, der Stralsunder HV und Zwangsabsteiger HSG Nordhorn sowie Zweitligist Concordia Delitzsch die Spielgenehmigung für die kommende Saison erhalten.
Die Befragungen von Reitern und Funktionären durch die unabhängige Untersuchungs-Kommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) wird nicht so schnell wie vom Reitverband (FN) gewünscht beginnen können. Er rechne damit, dass es erst kommende Woche losgeht, sagte FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau am Donnerstag. "Wir wollen zwar, dass es schnell geht, aber wichtiger ist, dass es gut und gründlich ist." Er hatte auf einen Beginn während der laufenden Woche gehofft.
Die Kommission soll die möglichen Verwicklungen von Reitern und Funktionären in Fälle von Manipulationen und Doping klären. Nach Abschluss der Befragungen wird das Gremium Empfehlungen aussprechen, unter anderem über die Wiederaufnahme in die Kader. Die FN hatte in der Vorwoche alle Kader der drei olympischen Disziplinen aufgelöst und Ludger Beerbaum bis auf weiteres von Einsätzen im Nationalteam suspendiert.