Mixed Zone Beck überrascht, Sinkewitz geht in Berufung
Hamburg - Radprofi Patrik Sinkewitz hat gegen das Urteil im Doping-Schadensersatzprozess, wonach er rund 100.000 Euro an einen ehemaligen Sponsor zahlen muss, Berufung eingelegt. Das bestätigte Sinkewitz' Anwalt der dpa. Der Getränkehersteller Förstina hatte den Werbevertrag mit Sinkewitz wegen dessen Doping-Vergangenheit gekündigt und den Profi verklagt. Das Unternehmen wollte unter anderem die Kosten für eine unbrauchbar gewordene Werbekampagne zurück bekommen. Ziel der Berufung sei es, die Strafe deutlich zu reduzieren. Sinkewitz will prüfen lassen, ob tatsächlich er persönlich haften muss oder nicht eher die von ihm gegründete GmbH, bei der die Haftung beschränkt ist.
Tennisprofi Beck nach Sieg gegen Simon: "Nicht für möglich gehalten"
Foto: REUTERSDer ehemalige Fahrer des T-Mobile-Teams war 2007 mit Testosteron-Doping aufgeflogen. Positive Testresultate aus dem Vorfeld waren während der Tour de France bekanntgeworden. Einige Zeit später hatte er sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt, eine einjährige Rennsperre kassiert und verbüßt. Mittlerweile fährt Sinkewitz für den zweitklassigen tschechischen Rennstall PSK Whirlpool. Bei dem Schadensersatzprozess hatte Förstina zunächst 308.000 Euro wegen "arglistiger Täuschung" verlangt. Die Vergleichsvorschläge in Höhe von zunächst 150.000 Euro und dann 100.000 Euro hatte Sinkewitz im Prozess-Verlauf platzen lassen. Sein Anwalt kündigte an, er sei geneigt, den Fall bis zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu bringen.
Qualifikant Andreas Beck steht beim ATP-Turnier in Monte Carlo im Achtelfinale. Der 23-Jährige sorgte in seinem Zweitrunden-Match gegen den 82 Plätze höher notierten Weltranglistensiebten Gilles Simon aus Frankreich durch einen 7:5, 6:1-Erfolg für die bislang größte Überraschung der mit 2,75 Millionen Euro dotierten Veranstaltung. In der Runde der besten 16 trifft Beck entweder auf den an Nummer elf gesetzten Spanier Tommy Robredo oder den Argentinier Juan Monaco. Beck, der zum Auftakt schon das deutsche Duell mit Nicolas Kiefer für sich entschieden hatte, sagte: "Es ist unglaublich. Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass ich bei einem solchen Top-Turnier ins Achtelfinale kommen kann."
Anna-Lena Grönefeld dagegen ist beim WTA-Turnier in Barcelona in der ersten Runde ausgeschieden. Die 23-Jährige unterlag beim mit 220.000 Dollar dotierten Sandplatzturnier der Französin Severine Bremond 6:7 (4:7), 2:6.
Die russische Nachrichtenagentur RIA Nowosti hat unter Berufung auf vertrauliche Quellen gemeldet, dass es sich bei den vor Ostern des Dopings beschuldigten russischen Biathleten um Andrej Prokunin und Veronika Timofejewa handeln soll. Der russische Biathlon-Verband wollte bisher die Affäre nicht kommentieren. Der 30-jährige Prokunin war 2001 WM-Vierter mit der russischen Staffel. Er gehörte in der Saison 2007/08 letztmalig zur russischen Weltcup-Mannschaft. Die 27-jährige Timofejewa hatte ihr international bestes Ergebnis mit Platz zwei bei der Universiade 2003 in Tarvisio als Skilangläuferin.
Beide sollen bereits am 19. März in Nowosibirsk positiv auf rekombinantes Epo getestet worden seien. Beide Sportler würden die Vorwürfe zurückweisen, berichtet RIA Nowosti. Angeblich soll am 22. April die B-Probe geöffnet werden.
Zwei weitere Dopingfälle gibt es in der russischen Leichtathletik. Bei den nationalen Hallen-Meisterschaften im Februar seien 1500-Meter-Meister Wladimir Eschow und die siebtplazierte 1500-Meter-Läuferin Jelena Kanales positiv auf Epo getestet worden, berichtet die Nachrichtenagentur All-Sport. Im vergangenen Jahr waren bereits 15 positive Fälle bekanntgeworden. Nach sieben Läufern und Werfern wurden vom Weltverband IAAF sechs Geher und zwei Läufer von Weltklasseformat gesperrt.