Mixed Zone Boll locker weiter, Petkovic früh draußen
Tischtennis-Star Boll: WM-Titel im Visier
Foto: Koen Suyk/ dpaHamburg - Timo Boll gibt sich bei der Tischtennis-WM in Rotterdam weiterhin weiterhin keine Blöße. Der Weltranglistenzweite zog durch ein 4:0 gegen Yang Zi aus Singapur souverän in die dritte Runde ein. Am Donnerstag spielt Boll gegen den Schweden Robert Svensson um den Einzug ins Achtelfinale. Neben Boll zog ein deutsches Quartett ebenfalls in die dritte Runde ein. Dimitrij Ovtcharov ließ dem Österreicher Stefan Fegerl beim 4:1 keine Chance, Patrick Baum besiegte den kroatischen Altmeister Zoran Primorac mit dem gleichen Resultat. Zoltan Fejer-Konnerth setzte sich überraschend 4:2 gegen den Rumänen Adrian Crisan durch und Bastian Steger behielt gegen den Südkoreaner Seo Hyun Deok 4:1 die Oberhand. Lediglich Ruwen Filus hatte beim 0:4 gegen den dreimaligen Weltmeister Wang Liqin aus China keine Chance.
Tennisspielerin Andrea Petkovic ist beim WTA-Turnier in Rom früh ausgeschieden. Die deutsche Nummer eins verlor ihre Zweitrundenpartie gegen die Slowenin Polona Hercog unerwartet deutlich 4:6, 2:6. Die Weltranglisten-15. verpasste damit den Einzug ins Achtelfinale. Beim mit zwei Millionen Dollar dotierten Masters-Turnier ist damit keine Deutsche mehr vertreten, nachdem Angelique Kerber schon in der ersten Runde der Generalprobe für die French Open in Paris gescheitert war. Julia Görges hatte ihre Teilnahme abgesagt.
Bei den Männern hat Florian Mayer dagegen das Achtelfinale erreicht. Er profitierte von der Aufgabe des Österreichers Jürgen Melzer im ersten Spiel des zweiten Satzes. Den ersten Durchgang hatte Mayer 6:4 gewonnen. Mayer trifft nun auf den Argentinier Juan Ignacio Chela. Philipp Kohlschreiber unterlag dem Spanier Feliciano Lopez dagegen 4:6, 6:3, 3:6. Der Weltranglisten-Erste Rafael Nadal tat sich gegen den Weltranglisten-148. Paolo Lorenzi aus Italien unerwartet schwer. Der spanische Favorit behielt aber nach mehr als zweieinhalb Stunden 6:7 (5:7), 6:4, 6:0 die Oberhand. Novak Djokovic setzte drei Tage nach dem Finalsieg über Nadal in Madrid seine Siegesserie fort und hatte beim 6:0, 6:3 über den Polen Lukasz Kubot keine Probleme. Djokovic gewann damit auch sein 33. Match in diesem Jahr.
Einen Tag nach der Gedenkfahrt für den tödlich verunglückten Belgier Wouter Weylandt sind die Radprofis auf der 5. Etappe des 94. Giro d'Italia zum sportlichen Alltag zurückgekehrt. Nach 191 Kilometern von Piombino nach Orvieto gewann der Niederländer Pieter Weening vom Rabobank-Team mit acht Sekunden Vorsprung vor dem Kolumbianer Fabio Andres Duarte. Mit dem Etappensieg übernahm Weening auch das Rosa Trikot des Gesamtführenden. Überschattet wurde die Etappe erneut von mehreren Stürzen. Am schlimmsten erwischte es den Niederländer Tom Jelte Slagter, der rund 20 Kilometer vor dem Tagesziel zu Fall kam und auf dem Asphalt minutenlang behandelt werden musste.
Das Leopard-Radteam hat eine Stiftung für die Familie des tödlich verunglückten Wouter Weylandt ins Leben gerufen. Der Erlös soll seiner Partnerin An Sophie zugutekommen, die im September ein Baby erwartet. "Wir haben einen großartigen Menschen und wahren Freund verloren. In diesen harten Zeiten wollen wir vor allem an jene denken, die Wouter am nächsten waren: seine Familie", heißt es in der Begründung des Rennstalls. Wegen des tödlichen Unfalls am Montag hatte sich das Profi-Team nach der vierten Etappe des Giro komplett von der Rundfahrt zurückgezogen.
Auch nach dem positiven Votum der Bürger in Garmisch-Partenkirchen für die Winterspiele 2018 geben sich die Gegner der bayerischen Olympia-Bewerbung nicht geschlagen. Ihr Rechtsanwalt Ludwig Seitz forderte in einem offenen Brief an die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, bei den Grundstücksfragen "nicht über die verfassungsmäßigen Rechte unserer Mandanten hinwegzusehen". Seitz vertritt 63 Garmischer Grundstücksbesitzer, die sich gegen eine Nutzung ihrer Grundstücke für Olympia wehren. Die Grundstücke stünden "definitiv nicht zur Verfügung", damit sei die Funktionsfähigkeit mehrerer Sportstätten "nicht gegeben", schrieb Seitz. Nach Angaben der Münchner Bewerbungsgesellschaft sind für die Austragung der Spiele aber nur eine Hand voll von Seitz' Mandanten relevant. Eine Einigung mit den Landbesitzern sei zeitnah zu erwarten.