Mixed Zone Brand urteilt, Walujew verurteilt
Hamburg - Bundestrainer Brand hat neun Tage vor Beginn der Handball-Europameisterschaft in Norwegen die Bundesliga-Vereine in die Pflicht genommen. "Sie müssen nicht unbedingt unsere Nationalspieler fördern, die haben schon eine Entwicklung durchgemacht, sonst wären sie nicht Weltmeister geworden", sagte Brand in einem auf der Homepage des TV-Senders Eurosport veröffentlichten Gespräch. "Mir geht es vor allem um den Nachwuchs. Es ist ja teilweise so, dass bei einigen Vereinen eher der ausländische Nachwuchs gefördert wird als der unsrige und das ist schon eine problematische Situation."
Der Bundestrainer geht zuversichtlich in das EM-Turnier. Die Mannschaft wisse, dass sie in der Lage ist, jeden Gegner zu schlagen, versicherte der 55-Jährige. "Wer sie am Sonntag gegen Montenegro gesehen hat, der muss schon sagen, dass sie für diese Phase der Vorbereitung gut drauf ist." Das Weltmeister-Team hatte zwei Testspiele binnen zwei Tagen gegen Montenegro gewonnen, die zweite Begegnung gar mit dem Rekordergebnis von 47:27.
Die Gießen 46ers, Gründungsmitglied der Basketball-Bundesliga, kämpfen um ihre sportliche und wirtschaftliche Existenz. "Die finanzielle Lage des Clubs ist angespannter denn je", sagte Geschäftsführer Dirk Schäfer heute auf einer Pressekonferenz. Als Gründe für die im Vergleich zum Vorjahr noch schwieriger gewordene Finanzsituation nannte Schäfer rückgängige Erträge aus dem Verkauf von Dauerkarten und rückläufige Einnahmen im Sponsorenbereich. Allein beim Dauerkartenverkauf seien rund 100.000 Euro weniger als im Vorjahr erwirtschaftet worden.
Zur Absicherung des Bundesliga-Rückrunde sollen bei den vom Abstieg bedrohten Hessen (Tabellen-16. mit 8:22 Punkten) weitere einschneidende Einsparmaßnahmen eingeleitet werden, die bis zum Saisonende befristet sind. Schäfer appellierte an die heimische Wirtschaft, den Club in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen: "Es geht darum, dass wir den Erstliga-Standort Gießen und mit ihm den Spitzenbasketball in Mittelhessen am Leben erhalten müssen."
Profiboxer Nikolai Walujew ist wegen eines tätlichen Angriffs auf einen Wachmann zu einer Geldstrafe von umgerechnet insgesamt 3600 Euro verurteilt worden. Ein Gericht in St. Petersburg belegte den 2,13 Meter großen und 150 Kilogramm schweren Ex-Weltmeister im Schwergewicht für das Vergehen mit rund 800 Euro Geldbuße und ordnete 2800 Euro Schadensersatz für das Opfer an.
Der 61-jährige Wachmann Juri Sergejew gab an, 40 Schläge von Walujew erhalten zu haben und forderte über seinen Anwalt 18 Monate Lagerhaft und eine Entschädigung von 30.000 Euro. Walujew erklärte, dass er das Opfer nur wegschieben wollte, als dieses seine Ehefrau Galina beleidigt habe. Walujew hält sich derzeit in Japan auf und bereitet sich dort auf den am 16. Februar in Nürnberg stattfindenden Kampf gegen den Weißrussen Sergej Lijachowitsch vor. Der Sieger des Fights wird Pflichtherausforderer bei der WBA. Der amtierende Weltmeister Ruslan Tschagajew aus Usbekistan, an den Walujew im April 2007 seinen Titel verloren hatte, tritt am 19. Januar in Düsseldorf gegen Matt Skelton aus Großbritannien an.
Der Bund Deutscher Radfahrer hat heute gegen Jörg Ludewig wegen eines sogenannten Meldepflichtverstoßes gemäß Artikel 6 des Codes der Anti-Doping-Agentur Nada eine öffentliche Verwarnung ausgesprochen. Laut Nada haben die Mitglieder des nationalen Testpools genaue und aktuelle Angaben zum Aufenthaltsort und zur Erreichbarkeit zu machen. Ludewig, der am 20. November 2007 bei einer Kontrolle nicht zu Hause angetroffen wurde, hatte im September seine Profi-Karriere für beendet erklärt, sich aber noch nicht als Mitglied des nationalen Testpools abgemeldet.
fpf/sid/dpa