Mixed Zone High Road hofft, Haug verteidigt Hamilton
Hamburg - Nach dem Rassismusskandal von Barcelona fordert Mercedes-Sportchef Norbert Haug ein entschiedenes Vorgehen und vor allem Schutz für seinen Fahrer Lewis Hamilton. "Spanien ist aufgefordert, dieses Minderheitenproblem schnellstens in den Griff zu bekommen. Ich hoffe, dass dies kein Thema mehr ist, wenn wir im April dort Rennen fahren", sagte Haug. Der Große Preis von Spanien findet am 27. April auf dem Circuit de Catalunya vor den Toren Barcelonas statt.
Wütende Fans hatten Vize-Weltmeister Hamilton bei Testfahrten in Barcelona wegen dessen Hautfarbe übel beleidigt und von der Tribüne immer wieder Gegenstände Richtung McLaren-Mercedes-Box geworfen. Die Spanier machen den 23-jährigen Briten und dessen Rennstall für den verpassten WM-Titel ihres Landsmannes Fernando Alonso 2007 verantwortlich. Gestern hatte der Motorsport-Weltverband den Spaniern harte Strafen angedroht.
Für diese Haltung hat Haug absolut kein Verständnis. "Lewis Hamilton hat Fernando Alonso nichts, aber auch gar nichts angetan. Das einzige, was er vielleicht gemacht hat, war, dass er Alonso auf der Rennstrecke fair herausgefordert und das eine oder andere Mal auch geschlagen hat", sagte der Mercedes-Sportchef. Wer mit Niederlagen nicht umgehen könne, der sei in der Formel 1 fehl am Platz.
97,5 Millionen US-Amerikaner haben am vergangenen Sonntag den überraschenden Super-Bowl-Sieg des krassen Außenseiters New York Giants gegen die New England Patriots (17:14) vor dem Fernsehgerät verfolgt. In der TV-Geschichte der USA hatte zuvor nur die Serie MASH 1983 mit 106 Millionen mehr Zuschauer als das diesjährige Endspiel der National Football League. In Boston, der Heimat der Patriots, lag die Einschaltquote bei 81 Prozent. In New York schalteten immerhin 67 Prozent der Einwohner ein.
Das T-Mobile-Nachfolge-Team High Road hat noch Chancen, doch für den am 10. Mai beginnenden Giro d'Italia zugelassen zu werden. "Wir haben 21 Einladungen ausgesprochen. Ein Platz ist noch frei für ein Team, das sportliche Qualität und Einhaltung der ethischen Regeln garantiert", sagte Giro-Chef Angelo Zomegnan heute. Er will das Team von Bob Stapleton genau beobachten: "In der Vergangenheit gab es einige Doping-Fälle. Wir wissen, dass sich das Management verändert hat, aber wir wollen abwarten." High Road und Astana mit Andreas Klöden hatten überraschend keine Startgenehmigung erhalten.
Zudem bestätigte der Weltradsportverband UCI heute, dass High Road jetzt als amerikanisches ProTour-Team geführt werde. Gleichzeitig informierte das in der Führungsebene neu strukturierte Team des kalifornischen Milliardärs Bob Stapleton, dass sich das Hauptquartier der Mannschaft jetzt am Wohnort des Managers in San Luis Obispo in Kalifornien befindet. Am 15. Februar werden im Cubberly Theatre in Palo Alto/Kalifornien die Elitemannschaft mit 29 Fahrern und das Frauenteam mit 13 Fahrerinnen vorgestellt. Stapleton hatte die Mannschaft nach dem Telekom-Ausstieg Ende vergangenen November komplett übernommen.
Olympia in Peking findet ohne 400-Meter-Europameisterin Wanja Stambolowa, 24, und Hochsprung-Vizeeuropameisterin Wenelina Wenewa, 33, statt. Die bulgarischen Stars bleiben wegen Testosteron-Dopings bis April 2009 gesperrt. Dies erklärte der bulgarische Verbandschef Dobri Karamarinow, nachdem der Internationale Sportgerichtshof Cas einen Einspruch gegen die provisorische Sperre des Verbandes abgelehnt hat. Beide waren bei einem Trainingstest am 24. Januar 2007 in Budapest überführt worden.
"Wir haben unser Bestes getan, um unseren Athletinnen dabei zu helfen, ihre Unschuld zu beweisen. Aber die Entscheidung des Cas ist eindeutig und wir akzeptieren das", sagte Karamarinow, der Messfehler des von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) akkreditierten Labors in Lausanne sah.
fpf/sid/dpa