Mixed Zone Holyfield boxt wieder, Kiel kauft ein
Boxer Holyfield (l., im Kampf gegen Walujew): Zurück im Ring
Foto: Matthias Schrader/ APHamburg - Der frühere Weltmeister Evander Holyfield bestreitet nach fast einjähriger Pause wieder einen Kampf. Der mittlerweile 48-jährige Schwergewichtler aus den USA tritt am 4. März 2011 gegen den drei Jahre jüngeren Dänen Brian Nielsen in dessen Heimatland an. Holyfield kämpfte zuletzt am 10. April 2010 in Las Vegas. Damals bezwang er den Südafrikaner Francois Botha im Kampf um den vakanten WM-Titel des international unbedeutenden Verbandes WBF durch technischen K.o. in der achten Runde. Holyfield, der insgesamt viermal Weltmeister war, hat bislang 55 Profikämpfe bestritten, 43 konnte er gewinnen. Nielsen siegte in 64 seiner 66 Profikämpfe. Der Däne hat seit April 2004 nicht mehr geboxt. Er hatte seine Karriere nach vielen Verletzungen für beendet erklärt. Nun sei er aber wieder fit, so Nielsen.
Der schwedische Handball-Nationalspieler Robert Arrhenius wechselt mit sofortiger Wirkung zum THW Kiel. Der 31-Jährige kommt vom spanischen Club BM Aragon. Arrhenius soll beim deutschen Rekordmeister seinen verletzten Landsmann Marcus Ahlm ersetzen. Der Kreisläufer hatte am vergangenen Freitag beim Champions-League-Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen (30:30) einen Mittelhandbruch erlitten. Arrhenius ist nur in der Bundesliga und im DHB-Pokal spielberechtigt.
In der Affäre um angebliche Spielmanipulationen beim deutschen Handballmeister THW Kiel soll bis Ende dieses Jahres entschieden werden, ob es zu einem Prozess kommen wird. "Die 5. Große Strafkammer plant, noch im Dezember zu entscheiden, ob sie das Hauptverfahren eröffnen wird," sagte eine Sprecherin des Landgerichts Kiel am Mittwoch. Laut Anklage sollen der frühere Clubmanager Uwe Schwenker und Ex-Trainer Zvonimir Serdarusic 2007 das Finalrückspiel der Champions League gegen die SG Flensburg-Handewitt durch Bestechung der Schiedsrichter gekauft haben. Dabei sollen rund 90.000 Euro geflossen sein. Beide bestreiten dies. Die Anklage lautet auf Betrug und Untreue. Die Strafkammer geht bisher aber nur von Bestechung im geschäftlichen Verkehr aus. Bei einer Verurteilung drohen maximal drei statt fünf Jahre Haft.
Und auch in der Liga hatte Kiel kein Glück, der THW unterlag im Spitzenspiel bei den Rhein-Neckar Löwen 26:29 (14:15) und bezog bereits seine dritte Saisonniederlage. Damit hat der HSV vier Punkte Vorsprung vor Champions-League-Sieger Kiel. Der Tabellenführer aus Hamburg gewann am Mittwoch sein Auswärtsspiel beim VfL Gummersbach 33:29 (14:15). Im dritten Spiel unterlag HBW Balingen-Weilstetten gegen MT Melsungen 26:30.
Die deutschen Handballerinnen haben bei ihrer EM-Generalprobe eine Niederlage kassiert. Das Team von Bundestrainer Rainer Osmann verlor gegen den Worldcupsieger Rumänien in Hildesheim 24 Stunden nach einem 31:27-Sieg im ersten Härtetest 30:31 (15:16). Bei der EM in Norwegen und Dänemark (7. bis 19. Dezember) trifft die deutsche Mannschaft auf Schweden, die Ukraine und die Niederlande. Mit acht Toren war Nina Wörz (Randers HK/Dänemark) beste deutsche Werferin. Die Gastgeber kamen zwar nach einem 28:30 noch einmal zum Ausgleich, doch dann machte Rumänien den Sieg perfekt.
Michael Neumayer hat sich beim Skisprung-Weltcup in Kuopio als einziger Deutscher für den verpatzten Saisonstart rehabilitiert. Der Team-Olympiazweite erhielt für Sprünge auf 121 sowie 119,5 Meter insgesamt 214,9 Punkte und belegte damit Platz acht. Beim Weltcup-Start in Kuusamo war Neumayer als bester Deutscher noch 21. gewesen. Den Sieg sicherte sich Ville Larinto. Bei seinem ersten Weltcup-Sieg erhielt der Finne für Flüge auf 129,5 und 124 Meter insgesamt 240,9 Punkte und setzte sich mit 0,1 Punkten Vorsprung gegen seinen Landsmann Matti Hautamäki durch. Dritter wurde Doppel-Olympiasieger Simon Ammann aus der Schweiz mit 238,3 Punkten. Severin Freund sammelte mit 205,8 Punkten als 13. wie schon in Kuusamo Weltcup-Punkte. Michael Uhrmann wurde mit 188,1 Punkten 23., Martin Schmitt sprang auf lediglich 111,5 Meter und schied als 37. ebenso im ersten Durchgang aus wie Pascal Bodmer , der mit 113 Metern 34. wurde. Maximilian Mechler landete dagegen nur bei 102 Metern und schied auf Platz 49 als Vorletzter aus.
Auch die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) beschäftigt sich nun mit dem Doping-Freispruch von Tischtennis-Nationalspieler Dimitrij Ovtcharov. "In der Tat prüfen wir derzeit noch zusammen mit der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada, ob wir gegen die Nicht-Einleitung eines Verfahrens durch den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) vorgehen", sagte Anja Behringer, Chef-Justiziarin und kommissarische Geschäftsführerin der Nada, dem "Bonner General-Anzeiger". Man müsse mit äußerster Gründlichkeit vorgehen, "denn dieser Fall wird möglicherweise für vergleichbare Tatbestände herangezogen. Es ist eben nicht der einzige Vorfall dieser Art, den es im internationalen Sport zurzeit gibt", so Behringer. Ovtcharov hatte den Fund der Substanz Clenbuterol mit dem Verzehr von verseuchtem Fleisch in China begründet. Entlastend für Ovtcharov waren Haaranalysen von DTTB-Delegationsmitgliedern, die ebenfalls in China gewesen waren. Deren Blut hatte ebenfalls eine geringe Clenbuterol-Konzentration aufgewiesen.
Der spanische Radsportverband hat den früheren Weltmeister Igor Astarloa wegen Verstoßes gegen die Anti-Doping-Richtlinien für zwei Jahre gesperrt. Wie der Weltverband UCI am Mittwoch bekanntgab, haben Unregelmäßigkeiten in Astarloas Biologischem Pass zu der Entscheidung geführt. Die Sperre trifft den Spanier allerdings kaum, denn er hat seine Karriere bereits vor einem Jahr beendet. Allerdings wurde der 34-Jährige auch zu einer Strafe von 35.000 Euro verurteilt. Gegen den Weltmeister von 2003 und ehemaligen Fahrer des Milram-Teams war im vergangenen Jahr ermittelt worden. Der Biologische Pass war 2007 eingeführt worden und erfasst Blut- und Hormonprofile von Radprofis.
Der Russe Jewgeni Aleschin und Lukas Giminski aus Polen sind für zwei Jahre gesperrt worden. Die beiden Schwimmer handelten sich die Strafe durch drei versäumte Dopingtests innerhalb von 18 Monaten ein, berichtete der Weltschwimmverband Fina am Mittwoch im schweizerischen Lausanne.
Der Tübinger Sportsoziologe Helmut Digel wird beim Kongress des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF im August 2011 in Daegu (Südkorea) erneut für das Exekutivkomitee kandidieren. Um einen Sitz im Council des europäischen Verbandes EAA und das Amt des Vizepräsidenten wird sich Frank Hensel auf dem Kongress im April in Rom bewerben. "Unser Ziel ist es, in allen Gremien der Spitzenverbände mit einem deutschen Vertreter repräsentiert zu sein", sagte Clemens Prokop, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).