Mixed Zone Jaksche attackiert Fothen, Nadal im Halbfinale
Hamburg - Der frühere Radprofi Jörg Jaksche, der gestanden hat, während seiner Laufbahn gedopt zu haben, hat Markus Fothen vom Team Gerolsteiner das gleiche Vergehen unterstellt. "Auch er war schon mal positiv auf Cortison getestet. Das konnte man damals leicht mit einem gefälschten Attest aus der Welt schaffen", sagte Jaksche gestern. Fothen konterte heute die Vorwürfe: "2004 bekam ich nach einer Augen-Operation cortisonhaltige Augentropfen verschrieben und habe das mit einem Attest belegt. Darüber hatte ich den Weltverband UCI, der Spuren von Cortison in einer Wettkampf-Kontrolle festgestellt hatte, und den Bund Deutscher Radfahrer informiert."
Fothen hatte zuvor den Versuch der Geständigen Jaksche und Patrik Sinkewitz in den Radsport zurückzukehren, kritisiert: "Erst ewig leugnen und dann nach Überführung alles zugeben, um möglichst ins Kronzeugen-Programm zu rutschen und eine Strafreduzierung zu erlangen, ist echt ein No-Go", sagte der 26-Jährige.
Ungeachtet dessen scheint Jaksche vor einem Engagement bei T-Mobile zu stehen. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" sagte Jaksche, dass es bereits "konkrete Annäherungen über ein Vertragsangebot" gegeben habe. T-Mobile-Teamchef Bob Stapleton sagt der Zeitung dazu: "Bei uns ist die Tür für jeden offen, der mit der richtigen Einstellung zu uns kommen will. Das gilt auch für Jaksche, von dem ich davon ausgehe, dass er geläutert ist."
Rafael Nadal und sein spanischer Landsmann David Ferrer haben beim ATP-Masters in Shanghai das Halbfinale erreicht. Nadal, Nummer zwei der Weltrangliste, musste nach einem 6:4, 6:4 gegen den sieglos ausgeschiedenen Serben Novak Djokovic lange zittern, ehe ihm der 6:1, 6:1-Erfolg Ferrers gegen den Franzosen Richard Gasquet im letzten Match der Goldenen Gruppe den Einzug in die Runde der letzten Vier bescherte.
Als erster Spieler hatte sich gestern in der Roten Gruppe Andy Roddick (USA) für das Halbfinale qualifiziert. Um den letzten vakanten Platz streiten morgen der Schweizer Topfavorit Roger Federer (gegen Andy Roddick) und Fernando Gonzalez aus Chile (gegen Nikolaj Dawydenko).
Schwimm-Olympiasiegerin Agnes Kovacs ist vom Dopingverdacht freigesprochen worden. Das gab der ungarische Schwimm-Verband heute bekannt. Kovacs hatte bei einer unangekündigten Kontrolle am 30. Oktober nicht die vorgeschriebene Menge Urin abgegeben. Die Abgabe einer neuerlichen Probe scheiterte direkt im Anschluss aus Termingründen. Die Goldgewinnerin von Syndey über 200-Meter-Brust musste zu einem Treffen mit Unicef-Offiziellen. Der nationale Verband erkannte das nun als angemessene Entschuldigung an und wertete die verpasste Probe deshalb nicht als Doping-Vergehen. Kovacs gewann acht EM-Titel und zweimal Gold bei Weltmeisterschaften.
chp/sid/dpa