Mixed Zone Jaksche will eigenen Rennstall, Rosberg verlängert
Hamburg - Jaksche plant den Aufbau eines eigenen Rennstalls. Falls er keine neue Anstellung als Fahrer bekomme, könne er sich einen Job als Teamchef vorstellen, sagte der 31-Jährige dem "Stern". Dafür bräuchte er allerdings einen Gönner, der sechs Millionen Euro zur Verfügung stellt: "Ich halte das nicht für unrealistisch. Vom Radsport geht noch immer eine Faszination aus. Wer würde nicht gern mit einem garantiert sauberen Team werben?", meinte Jaksche, der nach seiner Doping-Beichte noch gesperrt ist.
Ob sauber oder nicht - für das Team Milram, das 2008 erstmals unter deutscher Lizenz fährt, fahren in der kommenden Saison 27 Radprofis. Die zwölf deutschen Fahrer stellen, angeführt von Erik Zabel, das stärkste Kontingent vor Italien (sieben) mit Topsprinter Alessandro Petacchi. Als Teamchef löst der Holländer Gerry van Gerwen den Italiener Gianluigi Stanga ab, der von Jaksche der Beihilfe zum Doping beschuldigt worden war. Neu im Betreuerstab ist der Berliner Jochen Hahn als einer der Sportlichen Leiter.
Mit einer kräftigen Gehaltsaufbesserung hat Formel-1-Pilot Nico Rosberg seinen Fahrer-Vertrag beim Williams-Team vorzeitig verlängert und wird bis 2009 für den britischen Rennstall fahren. "Ich war ja bereits für 2008 bestätigt, aber Frank und ich hatten eine Unterhaltung über 2009 und wurden uns auch da einig", sagte Rosberg auf der Internetseite des Teams.
Von den vielen Spekulationen in der letzten Zeit über einen Wechsel zu McLaren-Mercedes fühlt sich Rosberg "geschmeichelt". Schließlich fahre er, um zu gewinnen und um erfolgreich zu sein. Daher wäre es schon verlockend gewesen, für ein Team zu fahren, das Rennen gewinnen könne. "Ich glaube aber auch, dass Geduld wichtig ist und dass ein Fahrer seine Karriere mit Maß und Ziel planen muss. Ich glaube, dass wir mit Williams in naher Zukunft Erfolg haben werden", sagte Rosberg.
Der neue Wada-Code
Die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) wird zum Jahresende ihre Strukturreformen abschließen und die Arbeit in ihren Gremien erheblich straffen. Wie der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Michael Vesper, heute sagte, soll das Kuratorium als Aufsichtsgremium künftig mit neun statt bisher 13 Mitgliedern besetzt werden. Auf diese Kompromisslösung habe sich die am 24. Oktober eingesetzte Arbeitsgruppe Struktur verständigt. Danach sollen je drei Vertreter aus Politik, Sport sowie aus der Wirtschaft und Zivilgesellschaft entsandt werden.
Der Vorsitzende des Bundestagssportausschusses, Peter Danckert (SPD), hatte bereits seit Monaten eine Strukturreform verlangt und die Einsetzung der Arbeitsgruppe durchgesetzt. "Eine Verschlankung der Gremien steigert die Arbeitsfähigkeit", erklärte Danckert. Auch der Sportsoziologe Elk Franke hatte im Interview mit SPIEGEL ONLINE zuletzt die Zusammensetzung des Gremiums kritisiert. Mit der Verkleinerung des Kuratoriums verliert der Sport einen Sitz. Bisher waren im Aufsichtsgremium neben Vesper der DOSB-Vizepräsident Leistungssport, Eberhard Gienger, die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes, Christa Thiel, und als Athletenvertreterin die Hockeyspielerin Marion Rodewald tätig. Wer das Kuratorium verlassen muss, ist noch unklar.
Handball-Bundesligist HSG Nordhorn hat als ersten Zugang für die kommende Saison den schwedischen Nationalspieler Tobias Karlsson (21 Länderspiele) verpflichtet. Dies gab HSG-Manager Bernd Rigterink heute bekannt. Der 26-jährige Rückraumspieler unterschrieb einen Zweijahresvertrag bis zum Ende der Spielzeit 2009/10. Karlsson kommt vom schwedischen Meister Hammarby IF und soll bei den Niedersachsen die Lücke füllen, die Abwehrchef Daniel Kubes, der zum SC Magdeburg wechselt, hinterlässt. Karlsson ist in der Bundesliga kein Unbekannter. Er war im November 2006 als Blitztransfer zum THW Kiel gekommen, kehrte aber nach nur sieben Bundesliga-Einsätzen für die Schleswig-Holsteiner im Dezember 2006 nach Hammarby zurück.
Auch Konkurrent TBV Lemgo hat schon jetzt zwei neue Profis für die Saison 2008/2009 unter Vertrag genommen. Auf der Kreisläufer-Position wird der isländische Nationalspieler Vignir Svavarsson, derzeit bei Skjern Handbold in Dänemark aktiv, künftig zum Kader gehören. Als weiteren Rechtsaußen holt Lemgo vom Liga-Konkurrenten Tusem Essen den Niederländer Mark Schmetz. Svavarsson, der bislang 81 Länderspiele für Island bestritt, erhält einen Zweijahresvertrag bis 30. Juni 2010. Ebenso lange läuft der Kontrakt von Schmetz.
Auf der Jagd nach dem Weltumseglungsrekord der Britin Ellen MacArthur hat Francis Joyon in der vergangenen Nacht eine andere Bestmarke gebrochen. Der Franzose legte innerhalb von 24 Stunden 1105 Kilometer zurück und verbesserte damit den Rekord des Schweizers Yvan Bourgnon, der im vergangenen Jahr 1098 Kilometer im gleichen Zeitraum bewältig hatte.
fpf/sid/dpa