Mixed Zone: Millionen-Jackpot geteilt, Haas ohne Trainer - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Mixed Zone Millionen-Jackpot geteilt, Haas ohne Trainer

Zwei Leichtathletinnen setzen ihren Triumphzug bei der Golden League fort. Ein deutscher Tennisprofi trennt sich von seinem Coach. Die Dopingfahnder des Radsportweltverbandes nehmen deutsche Radprofis ins Visier. Ein Handballbundesligist steckt erneut in finanziellen Schwierigkeiten.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Stab-Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa und 400-m-Staffel-Weltmeisterin Sanya Richards teilen sich den Millionen-Jackpot der Golden League. Die beiden blieben durch ihre Erfolge beim Internationalen Stadionfest (ISTAF) in Berlin in den sechs Meetings der Königsklasse der Leichtathleten ungeschlagen und streichen jeweils 500.000 Dollar ein. Issinbajewa überflog dabei im Olympiastadion 4,82 Meter und versuchte sich anschließend erfolglos am Weltrekord von 5,02 Metern, Richards lief die Stadionrunde in 49,27 Sekunden und verbesserte damit zum dritten Mal innerhalb von zehn Tagen die Jahres-Weltbestzeit.

Eine erfolgreiche WM-Revanche gelang Speer-Vizeweltmeisterin Christina Obergföll. Sie stach, mit 64,58 Metern, Weltmeisterin Barbora Spotakova (Tschechien/64,51) und die WM-Dritte Steffi Nerius (Leverkusen/64,49) aus. Den zweiten deutschen Sieg erkämpfte der WM-Dritte Danny Ecker mit 5,86 Metern im Stabhochsprung, der WM-Fünfte Björn Otto wurde, höhengleich mit Weltmeister Brad Walker (USA/beide 5,81), Zweiter.

Tennisprofi Thomas Haas hat sich, nach dem Viertelfinal-Aus bei den US-Open und eine Woche vor dem Davis-Cup-Halbfinale in Moskau gegen Russland, von seinem Trainer Thomas Hogstedt getrennt. Das bestätigte der 29-Jährige dem "Focus": "Ich will noch drei, vier Jahre auf höchstem Niveau spielen, und es ist nach wie vor mein Ziel, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Dafür will ich einen neuen Weg einschlagen mit einem neuen Trainer." Der Schwede Hogstedt hatte Haas seit Dezember 2005 trainiert und den gebürtigen Hamburger nach seinen zwei Schulteroperationen wieder in die Top Ten zurückgeführt.

Mehrere deutsche Radsportler werden von den Dopingfahndern des Weltverbandes UCI genau beobachtet. Die WM-Favoriten Stefan Schumacher und Erik Zabel, der verletzte Andreas Klöden und der zweifache Deutschland-Tour-Sieger Jens Voigt stehen auf einer UCI-Liste, die Profis aufführt, die mit verstärkten unangemeldeten Trainingskontrollen rechnen müssen. Die Liste, Teil einer neuen UCI-Initiative im Anti-Doping-Kampf, wird ständig aktualisiert und wurde nach UCI-Auskunft nach zwei Haupt-Kriterien zusammengestellt: Nach Leistung und besonderen Verdachtsmomenten. Bislang umfasst die Liste 294 Namen.

WM-Kandidat Voigt sagte: "Der Grund der Veröffentlichung der Namen ist mir nicht ganz klar. Vielleicht geht es ja um einen Image-Gewinn des Verbandes. Ich habe damit überhaupt keine Probleme, dass ich da drauf stehe. Als Fahrer unter den Top 100 war ich sowieso schon im Test-Pool. Ich würde es aber besser finden, wenn alle 600 ProTour-Fahrer erschienen. Denn wir fahren ja alle die gleichen Rennen."

Handball-Bundesligist SC Magdeburg hat erneut finanzielle Probleme. Vier Monate nachdem die drohende Insolvenz der Handball-GmbH mit zusätzlichen Sponsoren-Geldern abgewendet wurde, hat sich im Etat wieder eine große Lücke aufgetan. SCM-Präsident Rolf Oesterhoff bestätigte heute einen Bericht der "Hamburger Morgenpost", wonach sich das Minus auf 800.000 Euro beläuft. Oesterhoff betonte jedoch, dass dieses finanzielle Defizit noch aus dem Wirtschaftsjahr 2006 unter dem entmachteten GmbH-Geschäftsführer Bernd-Uwe Hildebrandt hervorgehe. "Wir werden in keine Insolvenz gehen müssen", sagte Oesterhoff.

Lindsay Davenport hat ihre Rückkehr ins Profi-Tennis nach einjähriger Babypause mit dem 52. Turniersieg ihrer Karriere veredelt. Die ehemalige Weltranglisten-Erste gewann heute auf Bali das Finale gegen die Slowakin Daniela Hantuchova 6:4, 3:6, 6:2 und holte damit ihren ersten Titel seit dem Erfolg im Oktober 2005 in Zürich. "Das ist unglaublich. Ich bin so überrascht. Ich hätte nie gedacht, dass ich schon so früh wieder so stark bin", sagte die 31-Jährige.

Russlands Tennis-Damen haben zum dritten Mal nach 2004 und 2005 den Fedcup gewonnen. Im Finale in Moskau gegen Italien sorgte heute Swetlana Kusnezova für den entscheidenden dritten Punkt zur uneinholbaren 3:0-Führung. Die US-Open-Finalistin setzte sich im Duell der Top-Spielerinnen 4:6, 7:6 (9:7), 7:5 gegen Francesca Schiavone durch. Bereits gestern lagen die favorisierten Gastgeberinnen nach den ersten Einzeln mit 2:0 vorn. Anna Tschakwetadse hatte Schiavone bezwungen, Kusnezowa gegen Mara Santangelo gewonnen.

chp/dpa/sid

Mehr lesen über