Möllemann Doper in den Knast!
Münster - Nach italienischem Vorbild sollten Dopingvergehen im Sport mit Freiheitsstrafen zwischen drei Monaten und drei Jahren geahndet werden, erklärte der passionierte Fallschirmspringer beim 3. Juraforum der Uni Münster unter dem Motto "Sport und Recht". Der Agitprop-Experte der FDP forderte Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) auf, eine entsprechende Gesetzesinitiative auf den Weg zu bringen.
Es habe sich gezeigt, so Möllemann, dass die Sportverbände selbst nicht in der Lage seien, geeignete Sanktionen gegen Dopingsünder zu erlassen. Beispielsweise weigerten sich die Weltfachverbände im Fußball, Tennis und Radsport lange, die Dopingbestimmungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) anzuerkennen. "Wir brauchen jetzt die strafrechtliche Sanktionierung", erklärte der FDP-Politiker, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 ist. Ansonsten drohe der Kampf gegen Doping angesichts immer neuer medizinischer Möglichkeiten zu einem "Hase-und-Igel-Rennen" zu werden.
Beim Juraforum der Universität Münster kamen Experten aus Rechtswissenschaft und Sport zusammen, um über Themen wie die Vermarktung von Fernsehrechten, Doping oder die Kommerzialisierung von Sportvereinen zu diskutieren. Zu den Referenten gehörten neben Möllemann auch der Präsident des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, Gerd Niebaum, und der Leiter des Instituts für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule in Köln, Wilhelm Schänzer.