Nandrolon-Doping: Wurden unschuldige Athleten gesperrt? - DER SPIEGEL
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Nandrolon-Doping Wurden unschuldige Athleten gesperrt?

Dem internationalen Sport droht eine Revisionswelle: Wie die Welt-Anti-Dopingagentur Wada mitteilt, könnten Athleten wegen Nandrolon-Dopings fälschlicherweise gesperrt worden sein. In Einzelfällen sei es möglich, dass körpereigene Faktoren für erhöhte Werte verantwortlich sind.
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Hamburg - Die Wada hat inzwischen die 31 vom Internationalen Olympischen Komitee IOC akkreditierten Labore zu Nachanalysen aufgefordert. Dabei soll über den bisherigen Grenzwert von 2 Nanogramm pro Milliliter bis zu einem jetzt festgelegten Wert von 10 die Qualität des Urins speziell untersucht werden.

Roland Augustin, Geschäftsführer der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada, erklärte zum sogenannten instabilen Urin: "Über Bakterien können Aktivitäten entstehen, die zu einer Verstoffwechslung führen. Aber mir ist nicht bekannt, dass ein deutscher Fall revidiert werden müsste."

Offenbar stellt sich dieses Problem auch im aktuellen Fall von Langstrecklerin Birte Bultmann nicht, die seit einem Jahr gesperrt ist, nachdem ihr Urin in A- und B-Probe mit 4,5 bzw. 5,2 Nanogramm den Grenzwert überschritten hatte. "Nach meinen Erkenntnissen ist diese Fehlerquelle bei ihr ausgeschlossen. Laut Professor Wilhelm Schänzer kann man durch ein Verfahren klar feststellen, ob der Urin instabil war", erklärte der Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes, Clemens Prokop.

Schänzer, Leiter des Kölner Dopinglabors, hatte zusammen mit seinem Kollegen Klaus Müller vom ebenfalls IOC-akkreditierten Institut in Kreischa bei Dresden schon im Herbst 2003 festgestellt, dass es Unsicherheiten bei Nandrolonproben gibt. In zwei Fällen hat Schänzer seitdem nachgewiesen, dass durch eine Umwandlung des Urins ein Anstieg der Nandrolon-Metaboliten (Norandrosteron) stattgefunden hat.