NBA Blazers vermöbeln Utah erneut
Salt Lake City - Über Salt Lake City ziehen immer dunklere Wolken auf. Nach der jüngsten 84:103-Pleite der heimischen Utah Jazz gegen Detlef Schrempf und die Portland Trail Blazers liegen die "Jazzer" in der Best-of-Seven-Serie nun mit 0:3 zurück und sind nur noch eine Niederlage vom endgültigen K.o. entfernt. In Portland hingegen kann man schon mal für das Western Conference Finale planen.
Nach den zwei deutlichen Schlappen in den ersten beiden Spielen gegen den Widersacher aus Oregon hatte Utah ein couragierteres Auftreten als zuletzt zu einer Frage der Ehre erklärt. "Mit Feuer" wolle man spielen und sich nicht zum dritten Mal in Folge "in den Hintern treten lassen", hatte Utahs Spielgestalter John Stockton angekündigt. Die Jazz taten ihr Bestes, dieses edle Vorhaben in die Praxis umzusetzen, aber das Feuer brannte nur auf Sparflamme - und der Allerwerteste blieb auch dieses Mal nicht unversehrt.
Wie schon in Partie eins und zwei legte Portland einen emphatischen Start auf das Parkett und machte von vornherein klar, wer das tonangebende Team ist. Nach einem erfolgreichen Korb vom erneut gut aufgelegten Detlef Schrempf führten die Gäste knapp fünf Minuten vor der Pause bereits deutlich mit 53:32. Unmut machte sich breit unter den 19.911 Zuschauern im Delta Center, und es ertönten die ersten Buhrufe. Das wollten Stockton, Malone und Co. nicht auf sich beruhen lassen. Es folgte die stärkste Zeit der Hausherren.
Bis zur Pause kam Utah auf 49:55 heran. Im dritten Viertel konnte das Team gar dreimal ausgleichen, eine Führung gelang jedoch nie. Jeglicher Widerstand war schließlich im letzten Spielabschnitt gebrochen, und das neuerliche Unheil der Jazz nahm seinen Lauf.
Es war zum wiederholten Male die Auswechselbank, welche den derzeitigen Klassenunterschied zwischen den beiden Teams verdeutlichte. Während Utahs Reservisten nur magere zwei Pünktchen zu Stande brachten, steuerten Portlands Bankspieler 35 Punkte bei. Neun davon kamen von Schrempf, der bis auf einen einzigen Fehlversuch von der Freiwurflinie eine perfekte Wurfausbeute hatte.
Der Deutsche tut derzeit wirklich alles, um seinen Beitrag für das große Ziel der Trail Blazers, die Meisterschaft, zu leisten. Der gebürtiger Leverkusener stellt sich völlig in den Dienst der Mannschaft und hält mit seiner zuverlässigen Verteidigungsarbeit und seinem selbstlosen Angriffsspiel seinen Mitspielern den Rücken frei. Gestern kratzte der 37-Jährige, der in den USA einst als bestes Importgut aus Deutschland deklariert wurde, erneut sechs Rebounds von den Plexiglasbrettern und legte viermal direkt vor.
Auch der zweite Ausländer in Reihen des Meisterschaftsanwärters, Arvydas Sabonis, bestätigte seinen Status als echter Leistungsträger. Der Center aus Litauen agierte im Angriff gewohnt sicher, sowohl in als auch außerhalb der Zone, und traf erstaunliche 77 Prozent seiner Würfe (zehn von dreizehn). Am Ende war Sabonis mit 22 Punkten Topschütze seines Teams.
Bei Utah verrichtete Karl Malone die Hauptarbeit in der Offense, seine Ausbeute: 28 Punkte. Unterstützt wurde der "Mailman" von Jeff Hornacek, der nach dieser Saison seine Basketballschuhe an den Nagel hängen wird. Der 37-jährige Guard mit dem stets akkuraten Seitenscheitel erzielte 24 Punkte und war sichtlich bemüht, eine Niederlage zu verhindern und so sein Karriereende noch etwas hinauszuzögern. Vergeblich. Bereits Sonntag, nach Spiel vier im Delta Center, könnte die aktive NBA-Zeit des Jeff Hornacek endgültig vorbei sein.