NBA-Center Sean Marks Fliegender Kiwi
New-Orleans-Spieler Marks: Großer Auftritt gegen Denver
Foto: Bob Levey/ AFPAuf der ganzen Welt steht "Kiwi" für eine pelzige Frucht. Neuseeländer hingegen meinen damit sich selbst - und gleichzeitig ihr Wappentier, einen flugunfähigen Vogel. Die Kiwis lieben Rugby, Cricket und Fußball - und haben in Sean Marks ihren ersten und bisher einzigen NBA-Legionär vorzuweisen.
1998 wählten die New York Knicks den Forward/Center nach vier Jahren an der University of California an 44. Position der Draft und schickten ihn direkt nach Toronto. Es waren nur die ersten beiden Stationen einer Karriere, die ihn bei bisher sechs NBA-Teams anheuern ließ. Wenn er verletzungsfrei blieb und überhaupt zum Einsatz kam, lieferte Marks in Toronto, San Antonio, Miami und Phoenix schwache Zahlen. Seine Trainer lieben den 2,08-Meter-Mann trotzdem. Wegen seiner Trainingsmoral - und weil er jeden Riss im Team kittet.
Vor der Saison 2008/09 zog es Marks schließlich nach New Orleans. Dort durfte er in 60 Spielen insgesamt 840 Minuten auf das Parkett, fast so viel wie in den acht Spielzeiten zuvor. Gegen Minnesota stand der 113 Kilogramm schwere Marks einmal sogar in der entscheidenden Phase des Spiels auf dem Parkett: "Ich könnte echt nicht sagen, wann dies das letzte Mal der Fall war", sagte Marks nach der Partie.
Die Krönung einer starken Leistung (18 Punkte, fünf Rebounds, ein Assist und ein Block in 24 Minuten) war ein Dunk mit 7,8 Sekunden auf der Uhr zum 101:97-Sieg. Dass das Highlight eher zufällig zustande kam, störte wenig. Beim Zug zum Korb hatte Hornets-Guard Devin Brown den Ball verloren. Dieser landet bei Marks, der brachte ihn mit Nachdruck im Korb unter. Am anderen Ende der Welt feierten die neuseeländischen Zeitungen den "Helden der Hornets".
Durchbruch in der Playoff-Serie gegen Denver
Im Team aus New Orleans schätzen sie Marks spätestens seit den Playoffs 2009, als er im dritten Spiel der Erstrundenserie gegen Denver half, einen 6:22-Rückstand in einen 95:93-Sieg zu drehen. Marks verteidigte stark gegen Nuggets-Center Nene, kam selbst auf acht Punkte, sechs Rebounds und zwei Blocks. "Sean kam rein und hat das Spiel für uns gedreht", sagte Aufbauspieler Chris Paul nach der Partie.
In der laufenden Saison muss Marks jedoch meist den Kollegen Darius Songaila und Ike Diogu den Vortritt lassen. Nur 5,5 Minuten Einsatzzeit kann der Neuseeländer verbuchen. Seine Werte bewegen sich bei fast unsichtbaren 0,5 Punkten, 1,9 Rebounds und einer Wurfquote von nur 40 Prozent. Die Neuseeländer sind trotzdem stolz auf ihren fliegenden Kiwi.