NBA-Finale: Nowitzki greift nach dem Titel - DER SPIEGEL
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NBA-Finale Nowitzki greift nach dem Titel

Ihm fehlt nur noch ein Sieg zum Triumph: In der Nacht zu Montag tritt Dirk Nowitzki mit den Dallas Mavericks bei den Miami Heat an. Mit einem Erfolg wäre er der erste Deutsche, der den NBA-Titel gewinnt. Doch davon werden seine Fans in der Heimat kaum etwas zu sehen bekommen.
Mavericks-Superstar Nowitzki: Drei Siege sind es schon, noch ein Erfolg fehlt zum Triumph
Mavericks-Superstar Nowitzki: Drei Siege sind es schon, noch ein Erfolg fehlt zum Triumph

Mavericks-Superstar Nowitzki: Drei Siege sind es schon, noch ein Erfolg fehlt zum Triumph

Foto: John G. Mabanglo/ dpa
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Hamburg - Die Basketballwelt schaut nach Miami. In Florida empfangen die Heat in der Nacht zu Montag (2 Uhr MESZ) die Dallas Mavericks. Es ist das sechste Spiel der NBA-Finalserie Best-of-seven. Die Gäste aus Texas mit Superstar Dirk Nowitzki führen 3:2, nur noch ein Sieg fehlt dem Team zum Titel. Und Nowitzki verspricht: "Wir werden die Partie wie ein siebtes Spiel angehen."

Insgesamt 1116 Pflichtspiele hat der Würzburger in zwölf Jahren NBA für die Mavericks absolviert. Nummer 1117 ist nicht weniger als die bislang wichtigste Partie seiner Karriere. "Wir sind ein Spiel entfernt von meinem Traum. Alles, was außerhalb des Spielfelds passiert, ist nebensächlich für mich und auch für die Mannschaft", stellt Nowitzki mit Blick auf die Psycho-Spielchen seiner Gegner klar.

Nach Spiel vier, als Nowitzki sein Team mit Grippe und Fieber zum Sieg geführt und Ausgleich in der Serie gefeiert hatte, hatten sich Miamis Stars Dwyane Wade und LeBron James vor laufenden TV-Kameras über den Gesundheitszustand des Deutschen lustig gemacht. Nowitzki fand das "ein bisschen kindisch, respektlos", mehr gab es dazu nicht zu sagen. Dallas gewann anschließend auch Partie fünf, Nowitzki war wieder einmal bester Werfer seiner Mannschaft.

Nowitzki ein Superstar mit Makel

Für Basketball-Legende Earvin "Magic" Johnson, fünfmal Meister mit den LA Lakers, ist Nowitzki "einer der größten Basketballer aller Zeiten". Allerdings einer mit einem Makel. Denn er ist noch ohne Titelgewinn. 2006 stand Nowitzki mit den Mavericks schon einmal in den Finals, führte in der Serie 2:0 und verlor noch 2:4. Gegner damals: Miami Heat.

"Im Endeffekt kommt es darauf an: Bist du heiß, machst du die Schüsse rein oder nicht", sagte Nowitzki vor dem sechsten Spiel. Der 32-Jährige wirkt konzentriert, von Nervosität keine Spur. "Ich habe mir in den vergangenen zwei Playoff-Monaten nicht erlaubt zu relaxen, fröhlich zu sein oder mich zu früh zu freuen", so Nowitzki. Schließlich müsse man vier Playoff-Runden gewinnen, um ganz oben zu stehen. "Bis jetzt haben wir erst drei Runden und drei Spiele gewonnen. Es fehlt also noch ein Sieg. Und wenn wir den wirklich holen, dann kann ich auch mal loslassen."

Finalspiele in Deutschland nur im Pay-TV

Bei Gegner Miami gibt sich der bislang in den Finalspielen enttäuschende Superstar James betont gelassen: "Natürlich wollten wir nicht mit 2:3 in Rückstand geraten. Zugleich genießen wir jedoch die Gelegenheit, zurück in unserer Halle zu sein." Er hofft, mit einem Heimsieg das alles entscheidende siebte Spiel am Mittwoch (3 Uhr MESZ) in Miami zu erzwingen. Dabei will auch Wade helfen, der nach eigener Aussage trotz seiner Hüftverletzung spielen kann.

Ob Nowitzki und die Mavericks in Partie sechs triumphieren oder Miami in der Serie ausgleichen kann, ist auch in Deutschland das Top-Sport-Thema. Die Basketball-Fans in der Bundesrepublik würden die Finalspiele nur zu gerne live mitverfolgen, doch die meisten von ihnen gucken in die Röhre. Sie müssen sich mit Ausschnitten zufrieden geben, denn im frei empfangbaren Fernsehen gibt es die Endspiele von Nowitzki und Co. nicht live zu sehen.

"Wir haben uns um die Liverechte bemüht, allerdings hat die NBA abgelehnt", erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE. Das Problem sei die große Reichweite des Ersten, das per Satellit in großen Teilen Europas frei empfangbar ist. "Das kollidiert mit Pay-TV-Sendern in Europa, mit denen die NBA bestehende Verträge hat", so Balkausky. Ähnlich äußerte man sich beim ZDF auf Anfrage.

Sport1 überträgt hingegen alle Finalspiele live - allerdings nur auf dem Pay-TV-Sender Sport 1+. Eine Live-Ausstrahlung der Partien im Free-TV sei im Rahmen der aktuellen Vereinbarung zwischen Sport1 und der NBA nicht möglich, weil die Liga "die Live-Ausstrahlungsrechte ausschließlich für Pay-TV an uns lizenziert hat", so Sport1-Geschäftsführer Zeljko Karajica. Der Sender verweist - ebenso wie ARD und ZDF - auf Ausschnitte und Zusammenfassungen mit den Höhepunkten der Spiele in seinen Nachrichtensendungen.

Für Fans in Deutschland, die Sport1+ nicht empfangen können, ein schwacher Trost. Sie müssen auf das Internet ausweichen, um Nowitzki live zu erleben. Bei der NBA zum Beispiel kann man den sogenannten "League Pass" erwerben. Nach Registrierung und Bezahlung gibt es Spiel sechs für rund sechs Euro im Livestream. Auch die siebte Partie gehört zum Paket. Aber auf die können Nowitzki-Fans wohl auch gerne verzichten.

Mit Material von dpa