NBA-Guard Jeremy Lin: Springer mit Köpfchen - DER SPIEGEL
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NBA-Guard Jeremy Lin Springer mit Köpfchen

Jeremy Lin lebt den Traum vieler Nachwuchssportler: Vor kurzem hing noch das Warriors-Poster über seinem Bett, jetzt trägt er selbst das Warriors-Trikot. Auch sonst ist der Sohn taiwanesischer Einwanderer kein typischer NBA-Profi - das verrät schon der Harvard-Abschluss, meint das Magazin "FIVE".
Von Florian Schröder
Basketballer Lin (l./im Trikot der Harvard-Universität): Bald für die Warriors im Einsatz
Basketballer Lin (l./im Trikot der Harvard-Universität): Bald für die Warriors im Einsatz

Basketballer Lin (l./im Trikot der Harvard-Universität): Bald für die Warriors im Einsatz

Foto: Michael Dwyer/ ASSOCIATED PRESS
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Für die meisten Top-Basketballer hatte das Studentenleben wenig mit Studieren zu tun. Mit Sportstipendien ausgestattet, stehen sie auf dem Parkett, lassen sich selten im Hörsaal blicken und planen lieber ihre NBA-Karriere. Der Weg von Jeremy Lin verlief von Anfang an etwas anders. Als Student der Eliteuni Harvard (wo es keine Sportstipendien gibt) spielt der Sohn taiwanesischer Eltern vier glänzende Saisons. 2009/10 legt er 16,4 Punkte, 4,4 Assists und 1,1 Blocks auf. Aus dem Feld trifft er 51,9 Prozent, von der Dreierlinie 34,1 Prozent. Ganz nebenbei schafft er auch noch seinen Uni-Abschluss.

Die spielerische Konkurrenz in der Liga der Eliteunis ist ansonsten eher unterklassig, entsprechend selten schauen die Scouts der NBA vorbei. Trotzdem erhält Lin von den Dallas Mavericks eine Einladung zur Summer League, wo sich Talente um die wenigen freien Plätze in den Kadern der NBA-Clubs streiten. General Manager Donnie Nelson gefällt das intelligente Spiel des 1,91 Meter großen Aufbaus ebenso wie dessen Athletik.

In der Summer League liefert Lin in 18,5 Minuten pro Partie 9,3 Punkte und 2,0 Assists, leistet sich aber auch 3,5 Ballverluste. Von Anfang an dribbelt sich der Youngster trotzdem in die Herzen der Zuschauer, ist eine der größten Überraschungen der Sommerliga. Vor allem sein Auftritt gegen John Wall und die Wizards lässt die Scouts aufhorchen.

Vom Warriors-Fan zum Warriors-Profi

Elf Punkte erzielt er im Schlussviertel gegen den desgnierten NBA-Star, zieht immer wieder spektakulär zum Korb. Plötzlich ist Lin kein Geheimtipp mehr. Die Mavericks, Lakers, Knicks, Pacers und auch die Miami Heat sind an einer Verpflichtung interessiert. Am Ende sind es jedoch die Golden State Warriors, die den 22-Jährigen an sich binden können.

Für Lin ist es eine Rückkehr in die Heimat. Der Aufbauspieler wuchs im kalifornischen Palo Alto auf, nur knapp 48 Kilometer von der Halle der Warriors entfernt. Als Teenager ging er im Warriors-Trikot zur Highschool, an der Wand seines Zimmers prangte ein Latrell-Sprewell-Poster, damals einer der Stars des Teams aus Oakland.

Nun kann sich der junge Guard hinter Stephen Curry und Monta Ellis Hoffnung auf ausgedehnte Einsatzzeit für seinen Lieblingsclub machen. "Es ist ein Traum, in der NBA zu spielen. Und dann auch noch für das Team anzutreten, das ich als Kind bewundert habe", sagte Lin nach seiner Unterschrift in Oakland.