NBA-Play-offs Blazers in der nächsten Runde
Minneapolis - Auf ihrem Weg zum ersten nationalen Titel seit 23 Jahren haben die Portland Trail Blazers die erste Hürde erfolgreich genommen. Mit einem wieder erstarkten Detlef Schrempf besiegten die Blazers die Minnesota Timberwolves mit 85:77 und zogen ins Halbfinale der Western Conference ein. Für die unterlegenen Timberwolves hingegen hielt eine traurige Serie an: Das Team aus Minneapolis musste bereits zum vierten Mal in Folge schon in Runde eins die Play-off-Segel streichen.
Seine mit Abstand beste Leistung der diesjährigen Play-offs zeigte Detlef Schrempf. Der gebürtige Leverkusener tat sich mit zehn Punkten endlich mal wieder als Scorer hervor und erinnerte an vergangene Seattle-Tage (Schrempfs vorheriges Team), als "Det, the Threat" stets zu den Topschützen seines Teams zählte. Besonders bei den Freiwürfen stellte der beste deutsche Basketballer aller Zeiten seine Treffsicherheit auf imposante Art und Weise unter Beweis: Von sechs Wurfversuchen fanden alle ihr Ziel. Zwei Feldkörbe und drei Rebounds rundeten die Vorstellung des Deutschen ab.
Einen guten Tag erwischte ebenfalls Schrempfs Teamgefährte Arvidas Sabonis. Der aus Litauen stammende Center, der als langsamster Spieler der NBA gilt und wohl von jedem Besenwagen auf dem Court unmittelbar eingesammelt würde, verstand es mal wieder prächtig, seine mangelnde Athletik durch Spielintelligenz und -ökonomie wettzumachen. Der Litauer pflückte 11 Rebounds von den Brettern und war zusammen mit Rasheed Wallace bester Punktelieferant Portlands - beide erzielten 15 Punkte.
Der Sieg-ebnende Korb blieb jedoch mit Steve Smith einem anderem Trail Blazer vergönnt. 3:45 Minuten vor Spielende, als Minnesota noch mit 75:74 führte, gelang dem Shooting Guard, der kurz zuvor sein Team durch ein technisches Foul noch in Bedrängnis gebracht hatte, mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf ein so genannter "big shot", der für die Vorentscheidung sorgte.
Bei den gastgebenden Timberwolves waren erneut Kevin Garnett und Terrell Brandon die produktivsten Akteure. Allerdings konnte das Duo nicht an den Zauber von Partie drei anknüpfen und die Wölfe ein weiteres Mal zum Sieg führen. Dieses Mal wurden die beiden "local heroes" von den Trail Blazers besser beschattet und in ihrem Wirkungsgrad eingeschränkt: Garnett wurde bei 17, Brandon gar bei 13 Punkten gehalten. Diesen merklichen Punkteausfall vermochte Minnesota nicht auszugleichen.
Auf wen Detlef Schrempf und die Portland Trail Blazers im Semifinale der Western Conference treffen, steht noch nicht fest. Vieles spricht für die Utah Jazz, die ihre Serie gegen die Seattle SuperSonics mit 2:1-Siegen anführen und heute Abend mit einem dritten Erfolg alles klarmachen können.